Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

1899: Courbets „Ursprung der Welt“ noch nicht abgehängt

Montag, Februar 26th, 2018

Im Pariser Musée d’Orsay hängt Gustave Courbets „L’Origine du Monde“ (Ursprung der Welt) von 1866. Es zeigt „die Vulva einer, ihrem Schamhaar nach zu urteilen, dunkelhaarigen Frau mit blasser Haut, deren Kopf nicht im Bild ist, genau so wenig wie ihre Arme und das meiste ihrer Beine, es handelt sich um den nackten Torso einer unbekannten Person weiblichen Geschlechts, Alter grob geschätzt zwischen 25 und 38 Jahre“ (Johanna Adorjan, SZ 26.2.18).

„Vor kurzem forderten 10.000 New Yorker in einer Petition ans Metropolitan Museum, das Gemälde ‚Thérèse revant‘ von Balthus abzuhängen. Es zeigt ein Mädchen, das mit geschlossenen Augen auf einem Stuhl sitzt, einen Fuß auf dem Boden, den anderen auf dem Sitz, unter ihrem Rock ihre weiße Unterhose enthüllt. Genau darunter schleckt eine Katze Milch.

Noch ist niemand auf die Idee gekommen, die Abhängung von Courbets ‚L’Origine du Monde‘ zu fordern, was bei der überspannten, gereizten und extrem humorlosen Stimmung der letzten Wochen eigentlich ein Wunder ist. Wie leicht ließe sich argumentieren, hier werde eine Frau drastisch auf ihr Geschlecht reduziert, etwas so herrliches wie eine Vulva zum reinen Objekt degradiert. Übrigens war Balthus künstlerisch stark von Courbet beeinflusst. Und Balthus hatte mit Ende dreißig eine Liebesbeziehung zu einer 16-Jährigen, die er auch oft malte, Laurence Bataille, deren Stiefvater der berühmte französische Psychoanalytiker

Jacques Lacan

war, und jetzt kommt’s: Dem gehörte das Gemälde ‚L’Origine du Monde‘, er war dessen letzter privater Besitzer, womit sich ein Kreis schließt, der doch nie einer werden sollte.“

 

1898: Bricht der Westen zusammen ?

Sonntag, Februar 25th, 2018

Yuval Noah Hariri, 41, forscht und lehrt an der Hebräischen Universität Jerusalem und schreibt Kolumnen für die Zeitung „Haaretz“. Er gehört zu den begehrtesten Zukunftsforschern auf der Welt. Ich habe ihn erst kürzlich kennengelernt. Hier fasse ich seine Aussagen in einem Interview mit Andrea Rexer (SZ 15.2.18) in 20 Thesen mit meinen Worten zusammen, sonst wird es zu lang.

1. Krieg hat sich heute zu einer handhabbaren Herausforderung gewandelt. Weithin haben die Menschen gelernt, Kriege zu vermeiden.

2. In erster Linie haben die vorhandenen Atomwaffen Krieg zum kollektiven Selbstmord gemacht. Heute ist Wissen das wichtigste Wirtschaftsgut, nicht mehr Land, Sklaven, Rinder usw. Man kann durch Krieg kein Wissen erobern.

3. In landwirtschaftlichen Gesellschaften wurden 15 Prozent aller Todesfälle durch menschliche Gewalt verursacht. Heute nur noch 1,5 Prozent.

4. Wenn heute ein Krieg ausbricht, ist es die Schuld unverantwortlicher Führer und nicht der menschlichen Natur.

5. Wir werden nicht gegen die Computer kämpfen, sondern uns mit ihnen verbünden. Heute bereits verschmelzen die Menschen mit ihren Smartphones und Facebook-Accounts.

6. Bis 2050 werden biometrische Sensoren in unseren Körper eingebettet und überwachen unsere Herzfrequenz, unseren Blutdruck und unsere Gehirntätigkeit etc.

7. Die Kämpfe der Zukunft gehen um die Kontrolle von Daten.

8. Die drei Hauptprobleme der Welt sind: a) die globale Erwärmung, b) die globale Ungleichheit und c) gefährliche Technologien. Sie können nur global bewältigt werden. Nationale Alleingänge sind zum Scheitern verurteilt.

9. Beängstigend ist, dass die bisher führende westliche Welt zusammenbricht, aber noch keine Alternative existiert.

10. Bei Misserfolgen wird die Schuld auf Sündenböcke geschoben wie Minderheiten, Einwanderer und Ausländer.

11. Alarmierend  sind angesichts der globalen Strukturen der erstarkende Nationalismus und der Protektionismus.

12. Ich habe immer wieder versucht, an Gott zu glauben, aber es ist mir nicht gelungen.

13. Wir müssen verstehen lernen, wie Bewusstsein und Verstand funktionieren.

14. Wir werden immer besser darin, den Verstand zu manipulieren. Das ist eine große Gefahr. Wenn man Ärger verstehen will, muss man Ärger untersuchen, nicht Neuronen beobachten.

15. Wenn Gehirn und Verstand nicht das Gleiche sind, ist es um so wichtiger, von beiden Seiten zu forschen.

16. Menschenrechte müssen ökonomisch unterstützt werden. Es ist kein Widerspruch, sich für mehr Vielfalt im Management einzusetzen und mehr Profit machen zu wollen. Die Technologie ist niemals deterministisch. Sie lässt den Menschen die Wahl.

17. In Europa sind viele starke soziale Puffer eingebaut, die sich eignen, Krisen zu bewältigen.

18. Ein bedingungsloses Grundeinkommen wird de facto nur auf nationaler Ebene diskutiert. Aber die US-Amerikaner werden niemals für Arbeiter in Bangladesh zahlen.

19. Wir müssen nicht Arbeitsplätze retten, sondern Menschen. Wenn es einen Weg gibt, dass Menschen ein sinnvoles Leben führen können, ohne Jobs zu haben, wäre das doch wunderbar.

20. Kinder großzuziehen wird nicht bezahlt, ist aber in höchstem Maße sinnstiftend. Die wichtigste Fähigkeit für die Zukunft ist, uns permanent auf Veränderungen einzustellen.

1897: Neue postideologische Welt

Sonntag, Februar 25th, 2018

1. Wir sollten uns von der Idee der Nachkriegsgesellschaft mit ihren relativ klaren ideologischen Strukturen (rechts, links etc.) weitgehend verabschieden.

2. Heute gebärdet sich ein formal kommunistisches China (VR China) wie eine turbokapitalistische Warenschleuder.

3. Ein neuer

Dualismus

zwischen dem a) liberalen und dem b) identitären Lager beherrscht die Szene.

4. Die SPD hat sich noch nicht entschieden, ob sie sich zum liberalen Lager zählen will oder an alten Werten festhält, mit denen sie dann keine Mehrheit mehr bekommt.

5. Die SPD funktioniert als sozialpolitisches Gewissen des liberalen Blocks.

6. Das Leben wird heute „vom liberalen Paket aus Individualismus, Menschenrechten, Demokratie und freiem Markt beherrscht“ (Juval Noah Hariri, Israel).

7. Den Liberalismus verkörpern Angela Merkel und Emmanuel Macron, die an eine Welt des freien Daten- und Warenflusses, der offenen Grenzen und der schrankenlosen Mobilität glauben.

8. Der Marxismus von heute steht wie bei Thomas Piketty für Marktwirtschaft mit menschlichem Antlitz.

9. Sich in jeder Hinsicht von der Welt abzuschotten, hält heute nur noch Nordkorea durch.

10. Die Menschen wollen ihr iPhone und brauchen deshalb den Packerjob bei Amazon.

11. Die Linke definiert sich heute über Werte wie

a) Minderheitenschutz, b) Feminismus, c) Transparenz,

die auch als liberale Forderungen durchgehen.

12. Rechtspopulisten und Nationalisten spielen sich heute als einzige Konkurrenz zum Liberalismus auf. Sie stahlen der Linken die

a) Kapitalismuskritik und den b) Antiamerikanismus. Sie ergänzen  das durch c) Fremdenhass.

13) Donald Trump betreibt eine wirtschaftliche Abschottungspolitik wie sie in Argentinien die Linksperonisten befürworten.

14) In Zeiten hoher Beschleunigung wächst bei vielen Menschen die Sehnsucht nach Geborgenheit, Gerechtigkeit, familiärer Verankerung und Identität.

15) Die postindustrielle Gesellschaft ruft heute als Gegenbewegung die Identitären auf den Plan. Wie im 19. Jahrhundert die Industrialisierung die Romantik (Sebastian Schoepp, SZ 24./25.2.18).

1896: Christian Schütze gestorben

Sonntag, Februar 25th, 2018

Von 1964 bis 1993 war Christian Schütze Redakteur der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ). Lange Jahre Leiter der Innenpolitik. Dann Chef des neugeschaffenen Ressorts „Umweltpolitik“. Von ihm soll der Begriff

Umweltschutz

stammen. Nun ist Schütze im Alter von 90 Jahren gestorben.

Der gebürtige Sachse und engagierte evangelische Christ warnte früh vor ökonomischem Übermut und einer unreflektierten Arbeitsethik. Es ging ihm darum, wie die Welt sein muss, damit der Mensch darin leben kann. Unter dem Label „Schöpfung“. Nach Schütze muss sie täglich neu geschehen.

Schütze hat der SZ ein „Redaktionsstatut“ hinterlassen, nach dem sie heute noch arbeitet. Danach hat die Redaktion ein entscheidendes Mitspracherecht bei der Ernennung von leitenden Redakteuren. Schütze soll kurz vor seinem Tod einen Brief geschrieben haben, in dem der Satz steht: „Haltet Frieden untereinander und lasst euch nicht vom giftigen Geld verführen.“ (Heribert Prantl, SZ 24./25.2.18)

1895: Tafeln – nur noch für Deutsche ?

Samstag, Februar 24th, 2018

Was soll man von Tafeln halten, die Flüchtlinge ausschließen? Bedürftigkeit kennt doch keine Nationalität. In Essen sollen Bedürftige nun ihren deutschen Personalausweis bereithalten. Denn es fand bisher eine Verdrängung statt: Es kamen immer mehr junge Flüchtlinge und immer weniger alte Leute. Da ging es angeblich um die „deutsche Oma“ und die „Alleinerziehende“. Und es gab nicht genug Kapazitäten für alle.

„Soll man der alten Frau sagen, dass sie sich nicht fürchten muss vor dem jungen Flüchtling? Soll man dem Arbeitslosen sagen, dass er sich nicht genieren muss, neben dem Obdachlosen zu stehen? Es ist problematisch, Toleranz und Souveränität ausgerechnet von denen zu verlangen, die um ihre Würde, um einen Rest von Würde kämpfen müssen. Es gab offenbar in Essen eine Konkurrenz der Bedürftigen; da obsiegen die Fitteren.“ (Heribert Prantl, SZ 24./25.2.18)

Die Essener Tafel hätte in dieser Situation eine klügere Entscheidung treffen können – sie hätte, zum Beispiel, die Tafel nur noch für Menschen öffnen können, die älter sind als 60 Jahre. Sie können sich häufig ein normales Einkaufen nicht mehr leisten. Viele von ihnen sagen, sie hätten nie gedacht, einmal „so was“ in Anspruch nehmen zu müssen. Da stehen Obdachlose neben Leuten, die sich gerade noch die Miete leisten können; Rentnerinnen, die von der Rente nicht leben können, neben Flüchtlingen, die das Asylbewerbergesetz sehr knapp hält.

Die Tafeln in Deutschland expandieren. Sie expandieren, weil Not und Bedürftigkeit bei uns expandieren. In unserem reichen Land. Das Problem besteht darin, dass die Tafeln per se einen Zustand der staatlichen Unterversorgung perpetuieren und einer Gesellschaft, die massenhaft Lebensmittel wegwirft, ein gutes Gewissen verschaffen. Der Staat sieht zu, wie sich die Armen und Bedürftigen an den Tafeln drängen. Die Tafeln zeigen, dass die Not zur empörenden Selbstverständlichkeit geworden ist. Sie sind Spiegel der Nöte der Gesellschaft.

Und sie sind eine Schande für den Sozialstaat, der nicht leistet, was er leisten soll: Grundsicherung für Menschen, die einer Grundsicherung bedürfen (Heribert Prantl; SZ 24./25.2.18).

1894: „Braune Hetze“ gegen Deniz Yücel

Freitag, Februar 23rd, 2018

Im Bundestag hat die AfD beantragt, per Abstimmung die Bundesregierung aufzufordern, Äußerungen aus früheren Artikeln des Journalisten Deniz Yücel zu missbilligen. Der Korrespondent der „Welt“ (Springer Verlag) war in der vergangenen Woche aus türkischer Haft entlassen worden. Seither überzieht ihn die AfD mit rüden Attacken. Es begann mit einem Facebook-Eintrag der Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel. Sie schrieb, Yücel sei weder „Journalist noch Deutscher“. Bei der Vorstellung des AfD-Antrags im Bundestag nannte der parlamentarische Geschäftsführer Bernd Baumann Yücel einen „Hassprediger“.

Yücel hatte 2011 und 2012 zwei Satiren in der „taz“, seinem damaligen Arbeitgeber, veröffentlicht. Einmal über den „Bevölkerungsrückgang“ in Deutschland. Darin erkannte die AfD „extremen Deutschen-Hass“. Zum anderen hatte Yücel dem Buchautor Thilo Sarrazin einen Schlaganfall gewünscht. Sarrazin hatte dagegen mit Erfolg auf Unterlassung geklagt. Yücel nahm seine Formulierung in einer „Klarstellung“ zurück. Der AfD-Antrag ging nicht auf den satirischen Charakter der Publikationen ein.

In einer Kommentierung des AfD-Antrags äußerte die SPD-Fraktion, dass die AfD mit ihrem Antrag zeige, dass sie näher bei Putin und Erdogan stehe als auf dem Boden des Grundgesetzes. Die Missbilligung eines journalistischen Textes durch den Bundestag komme „staatlicher Zensur sehr nah“. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) warf der AfD Medienhetze vor. Es sei „geradezu absurd, dass die AfD den Bundestag als Bühne für ihr gestörtes Verhältnis zur Presse- und Meinungsfreiheit benutzen will“. Die AfD könne anscheinend nicht zwischen journalistischen Stilformen (Meldung, Bericht, Reportage, Kommentar, Glosse, Persiflage, Satire, Dokumentation usw.) unterscheiden. Linken-Chefin Katja Kipping sagte, die AfD wolle den Bundestag „für ihre braune Hetze“ gegen Yücel missbrauchen (Jens Schneider, SZ 23.2.18).

1893: Widerstand der Weißen Rose

Donnerstag, Februar 22nd, 2018

Vor 75 Jahren wurden nach einem – im Sinne des Wortes – kurzen Prozeß die Mitglieder der Weißen Rose Sophie Scholl, Hans Scholl und Christoph Probst unter dem Fallbeil ermordet. Roland Freisler hatte sie vorher im Gericht zusammengeschrien. Weitere Todesurteile gegen Mitglieder der Weißen Rose folgten.

Ihr Widerstand wie auch der

Georg Elsers und der Verschwörer des 20. Julis 1944

liegt – so empfinden es die meisten von uns – lange zurück und erscheint manchmal fast ein wenig banal. Aber davon kann keine Rede sein. Einmal hat ihr Beispiel einen großen Einfluss auf unsere Verfassung ausgeübt, den Artikel 1 und den Artikel 20 Absatz 4. „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Und: Gegen jeden, der es unternimmt, die Grundrechte zu beseitigen, „haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist“. Ihr Beispiel dient heute der „wehrhaften Demokratie“.

Zum anderen gemahnt das Beispiel der Weißen Rose uns an den – vom 2001 gestorbenen Münchener Rechtsphilosophen Arthur Kaufmann so genannten – „kleinen Widerstand“. Gemeint sind Widerspruch und Zivilcourage, gemeint ist Whistleblowerei, gemeint ist das, was oft als Gutmenschentum denunziert wird. In Zeiten, in denen doch nicht grölende Neonazis oder die NPD gefährlich sind, sondern in denen sich wieder von vielen unbemerkt Ressentiments durchsetzen (für eine Ausländermaut beispielsweise), Vorurteile gegen Fremde und Flüchtlinge, in denen offener Rassismus wieder salonfähig wird. Da ist der „kleine Widerstand“ heute wieder auf der Tagesordnung.

Ein AfD-Kreisverband hatte vor einiger Zeit behauptet, „Sophie Scholl würde AfD wählen“. Nein, sie würde es nicht tun; sie würde einer AfD, die im Inneren immer radikaler wird, sagen: „Wir sind euer böses Gewissen.“ In braunen Netzwerken wird so getan, als seien die demokratischen Parteien (dort „Alt-Parteien“ genannt) eine zu stürzende, volksverräterische Herrscherclique. „So wird der Widerstandsbegriff pervertiert; er wird von den Grund- und Menschenrechten getrennt, …; er wird angefüllt mit völkischem Gebräu und populistischem Exremismus. Es ist dies eine Verhöhnung des Andenkens an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus.“ (Heribert Prantl, SZ 22.2.18)

 

1892: Rechtsextremer Hass im Internet

Mittwoch, Februar 21st, 2018

Eine russische Troll-Fabrik hat mit tausenden Nutzerkonten bei Youtube, Twitter und Facebook versucht, Einfluss auf den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2016 zu nehmen. Es wurden massenhaft gezielt Falschinformationen gestreut und der republikanische Kandidat Donald Trump unterstützt. Schlimm genug. Beängstigend.

Wie SZ, NDR und WDR herausbekommen haben, hat es das in kleinerem Stil auch beim Bundestagswahlkampf in Deutschland gegeben. Drei Wochen vor der Wahl begann auf dem Server „Reconquista Germania“ ein „Informationskrieg“ gegen das „System“. Bis zu 5000 Nutzer sollen auf dem Server registriert gewesen sein. Autoren, Politiker und andere Teilnehmer wurden gezielt beschimpft. Wahlkampfmanager der Parteien (CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke) sahen sich gezwungen, die Kommentarfunktionen ihrer Youtube-Kanäle zu schließen oder Kommentare nur nach vorheriger Moderation freizuschalten. Eine zentrale Rolle spielte der Hashtag #nichtmeinekanzlerin.

Der Kopf von „Reconquista Germania“ ist ein anonymer Youtuber aus Bayern, der seit 2010 prorussische und antiamerikanische Videoansprachen verbreitet mit mehr als 30.000 Abonnenten (Lena Kampf, SZ 21.2.18; Jannis Brühl/Reymer Klüver, SZ 21.2.18).

Auf diesem Feld werden zunehmend die Wahlkämpfe der Zukunft geführt werden. Sie richten sich in erster Linie an politisch Ungebildete unter unseren Mitbürgern. Viele von uns werden sich an den Kämpfen nicht beteiligen (wollen). Unser Beitrag muss es sein, uns überall, wo es erforderlich erscheint, einzuschalten und unsere Meinung zu sagen. Unser „System“ hat es wahrlich verdient, verteidigt zu werden. Machen Sie mit.

1891: Besserer Schutz für Ärzte im Internet

Mittwoch, Februar 21st, 2018

Der BGH hat einer Hautärztin ein Löschungsrecht für ihren Eintrag im Bewertungsportal Jameda zugesprochen, weil die Plattform

zahlende Ärzte

bevorzugte. Damit verließ sie ihre Funktion als neutraler Wegweiser. Noch dreister war das Versicherungsportal

Check 24,

das auch durch seine penetrante Fernsehwerbung bekannt ist. Das OLG München hat die Firma dazu verurteilt, deutlich auf die eigene Tätigkeit als Makler hinzuweisen. Häufig verfolgen die Portale eigene Geschäftsinteressen im Bewertungsfeld.

Dem steht das berechtigte Interesse etwa von Medizinern gegenüber, die dem Geschäft eines niedergelassenen Arztes nachgehen, das aus der Deckung der Anonymität torpediert werden kann. Man muss sich nur einmal eine psychiatrische Praxis vorstellen mit entsprechend schwieriger Klientel, um ermessen zu können, welches Störpotential hier lauert.

Der Schutz der betroffenen Ärzte muss verbessert werden.

Mittlerweile sind auch das Bundesjustizministerium und das Bundeskartellamt auf diesem Feld tätig geworden, um Transparenz, Neutralität und Abwehransprüche zu gewährleisten (Wolfgang Janisch, SZ 21.2.18).

 

1890: CDU-Generalsekretariat ist Sprungbrett für Kanzlerkandidatur 2021

Dienstag, Februar 20th, 2018

Die Installation von Annegret Kramp-Karrenbauer als CDU-Generalsekretärin ist ein Sprungbrett für die CDU-Kanzlerkandidatur 2021 (vgl. Nr. 1829 vom 8. Januar 2018: „Merkel-Nachfolgerin: Annegret Kramp-Karrenbauer“).