Archive for the ‘Gesellschaft’ Category

2426: AKK (CDU) fordert mehr Geld für Verteidigung.

Donnerstag, Juni 13th, 2019

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat höhere Verteidigungsausgaben gefordert. Auf der Deutsch-Amerikanischen Konferenz in Berlin bekräftigte die CDU-Chefin am Mittwoch ihr Bekenntnis zum Zwei-Prozent-Ziel der NATO und warnte vor überzogener Kritik an US-Präsident Donald Trump (SZ 13.6.19).

2425: Humboldt-Forum öffnet 2020.

Donnerstag, Juni 13th, 2019

Die für 2019 geplante Eröffnung des neu erbauten Berliner Schlosses verzögert sich bis 2020. Das genaue Eröffnungsdatum soll Ende Juni 2019 bekanntgegeben werden. Wie die Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Petra Wesseler, bekanntgab, müssen einige Anlagen „nach fachtechnischer Prüfung nochmals angepasst werden“. Die zentrale Kälteanalge könne voraussischtlich erst Ende Juli 2019 zugeschaltet werden. Letzte Woche wurde bekannt, dass die geplante Ausstellung zur Eröffnung des Humboldt-Forums im Schloss nicht gezeigt werden kann. Für die Eröffnung des leeren Schlosses im November 2019 wurde ein „Stresstest“ durchgeführt. Er fiel negativ aus.

An der Stelle des neuen Schlosses stand bis zur Sprengung 1950 das Hohenzollernschloss. Von 1976 bis 2006 war hier der Palast der Republik der DDR. Der Grundstein für das neue Schloss wurde im Juni 2013 gelegt. Die Bauarbeiten waren lange Zeit planmäßig vonstatten gegangen, während über die

Inhalte und die Gestaltung

des Humbolst-Forums Unklarheit bestand und heftig gestritten wurde. Es vereint außereuropäische Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, eine Berlin-Ausstellung und ein von der Humboldt-Universität betreutes Humboldt-Labor. Die Kuppel, die von Gegnern als unnütz bezeichnet wird, wartet auf das krönende Kreuz.

Dem Stiftungsrat soll am 26. Juni ein „neues Gesamtterminkonzept“ vorgelegt werden. Vorsitzende des Stiftungsrats ist die

Kulturstaatministerin Monika Grütters.

Sie sagte, dass auf dem Projekt politischer Druck liege und auch aufrecht erhalten werde. Sie wolle das Haus keineswegs leer eröffnen. Anders als beim Desaster-Flughafen BER trägt das Land Berlin für diese Baumaßnahme keine Verantwortung. Zuständig ist das Bundesministerium für Inneres, für Bau und Heimat (Minister: Horst Seehofer, CSU).

(Jens Bisky, SZ 13.6.19)

2424: Kritik an Michael Kretschmer (CDU)

Dienstag, Juni 11th, 2019

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) muss im Herbst Landtagswahlen bestehen. Bei der Europawahl war in Sachsen die AfD, die russlandfreundlich agiert, die stärkste Partei. Vor dem Besuch eines internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg (Russland) hatte Kretschmer den Abbau der Wirtschaftssanktionen gegen Russland verlangt. Sie seien für Sachsen und Ostdeutschland ein großes Problem. Zahlreiche Betriebe in Ostdeutschland hatten ihre Kontakte zu einstigen Partnern aus der Sowjetunion reaktiviert. Die EU hatte die Sanktionen verhängt, weil Russland die Bestimmungen des Minsker Friedensabkommens von 2015 nicht erfüllt hatte. Die Verlängerung der Sanktionen erfolgte bisher halbjährlich.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kritisierte Kretschmer und erklärte, „dass die Sanktionen so lange in Kraft bleiben sollten, wie die Gründe für ihr Zustandekommen fortbestehen“. Annegret Kramp-Karrenbauer sagte: „Die Wirtschaftssanktionen sind die Reaktion auf das völkerrechtswidrige Verhalten der russischen Regierung auf der Krim und in der Ostukraine.“ Der Chef der Münchener Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger bemerkte: „Herr Ministerpräsident, haben Sie einen außenpolitischen Berater? Falls ja, sofort feuern.“ Michael Kretschmer verteidigte sich damit, dass er sagte: Zwar brauche es „die Befriedung dieses Ukraine-Konfliktes, in dem jeden Tag Menschen sterben. Aber wir wollen auch, dass die Sanktionen so schnell wie möglich enden.“

Die CDU ist also uneins über ihren Kurs gegenüber Russland und der Ukraine.

Ähnlich wie Kretschmer äußerte sich der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD): „Deutsche Alleingänge bringen nichts. Aber wir können Türöffner sein.“ Zustimmung aus Sachsen erhielt Ministerpräsident Kretschmer von dem AfD-Bundestagsabgeordneten Tino Chrupalla (lock, FAZ 8.6.19; SZ 11.6.19).

2423: Konstruktiver Journalismus ?

Montag, Juni 10th, 2019

1. Der traditionelle westliche, aus dem anglo-amerikanischen Raum (Trennung von Nachricht und Meinung) stammende Journalismus wird in letzter Zeit scharf kritisiert. Insbesondere seine Nachrichtengebung. Bei den Neo-Nationalisten (u.a. AfD) ist er geradezu verhasst („Lügenpresse“, „Fake News“).

2. Die Nachrichten sollen allgemein, unabhängig und „objektiv“ sein. Sie sollen „stimmen“. Diese Normen gelten in Deutschland (alte Bundesrepublik) seit 1945.

3. Für den realen Sozialismus hat Wladimir I. Lenin in seiner Schrift „Was tun?“ (1903) für den Journalismus die Prinzipien von Propaganda und Agitation formuliert. Sie galten in der DDR bis 1989.

4. Nun ist Objektivität im erkenntnistheoretisch exakten Sinn gar nicht zu erreichen (Auswahl, Wortwahl, Gewichtung, Zusammenhang usw.). Trotzdem ist es sinnvoll an der Forderung festzuhalten, weil die sozialistische Alternative Willkür bedeutet (vgl. 3). Diese Willkür wollen auch die Neo-Nationalisten mit ihren News-Rooms.

5. Unser Gehirn ist so beschaffen, dass es auf negative Informationen schneller anspringt als auf positive.

6. Das hat unter Marktanteils-Gesichtspunkten dazu geführt, dass in der journalistischen Praxis weithin der Satz „Bad news is good news“ befolgt wurde.

7. Dies wiederum hat stark dazu beigetragen, dass unser Weltbild prinzipiell zu negativ ist. So schätzen Deutsche die Alphabetisierungsrate weltweit auf 40 bis 60 Prozent. Tatsächlich beträgt sie 86 Prozent. Usw.

8. Aktuell hat das zur Forderung nach „konstruktivem Journalismus“ geführt. Er soll einen „lösungsorientierten Blick“ auf die Probleme werfen.

9. Das erinnert mich an die Erich Kästner gestellte Frage: „Herr Kästner, wo bleibt das Positive.“ Kästner antwortete: „Ja, verdammt noch mal, wo bleibt das eigentlich?“.

10. Der Ansatz des „konstruktiven Journalismus“ führt uns nicht weiter. Wenn es schlechtes Wetter gibt, ist das nicht durch den Hinweis im Wetterbericht der Nachrichten wettzumachen, dass es auch einmal wieder besseres Wetter geben kann.

2422: Überall droht: Grün-Rot-Rot.

Sonntag, Juni 9th, 2019

1. Durch die Bremer Richtungsentscheidung der Grünen gegen ein Bündnis mit der CDU wird schmerzlich klar, dass nun überall grün-rot-rote Bündnisse drohen.

2. Erleichtert werden sie durch die zunehmende Bedeutungslosigkeit von Oskar Lafontaine und den Rückzug von Sara Wagenknecht.

3. Ähnliche Versuche hatten wir schon in Sachsen-Anhalt mit Reinhard Höppners (SPD) „Magedeburger Experiment“ und Andrea Ypsilantis (SPD) in Hessen gescheitertem Versuch.

4. Die Linkspartei braucht im Kampf gegen ihre Bedeutungslosigkeit dringend eine Regierungsbeteiligung.

5. Grünen-Vorsitzender Robert Habeck will nicht Teil eines linken Lagerwahlkampfs werden und sagt: „Das eine hat mit dem anderen zunächst einmal nichts zu tun.“

6. Aber das stimmt nicht: Es gibt noch manche Alt-Kommunisten (KPD-AO, KPD-ML, KBW) bei den Grünen, die als harmlose Ökologen auftreten.

7. Bei Grün-Rot-Rot würde der Westen in Frage gestellt. NATO und EU würden dort weithin abgelehnt, weil sie als massive Vertreter von Kapitalinteressen gelten.

8. Westliche Auslandseinsätze würden verhindert.

9. Wir kriegten Steuererhöhungen.

10. Eine solide Haushaltspolitik geriete in Gefahr.

2421: Dohnanyi: Grüne leben von Hoffnungen und Forderungen.

Sonntag, Juni 9th, 2019

Der ehemalige Bundesminister und Erste Bürgermeister Hamburgs, Klaus von Dohnanyi, ist mit seinen 91 Jahren der Elder Statesman der SPD. Er nimmt – wie auch früher schon – auf parteitaktische Manöver keine Rücksicht. Für die „Welt“ (8.6.19) hat ihn Jana Werner insbesondere zum Klimawandel interviewt. In Auszügen gebe ich hier nur Aussagen Dohnanyis wieder:

„Beim Thema Elektromobilität etwa hält Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Vorschlag seiner Partei, im Jahr 2030 nur noch Elektroautos zuzulassen, für ‚unseriös‘. Mit solchen, nicht ausdiskutierten Themen können wir zwar Menschen fangen, nicht aber die Probleme lösen.

Wir müssen die wirklichen Probleme aufdecken. Es ist aus meiner Sicht eine Illusion, kurzfristig durch Wärmedämmung von Häusern viel zu erreichen. Müssten wir nicht innen anfangen, weniger heizen und uns einen warmen Pullover und dicke Socken anziehen, wenn uns kalt ist? Der Autoverkehr kann auch nicht sehr schnell konfliktlos begrenzt werden. Wie sollen denn die Pendler vom Land ohne Auto in die Städte kommen? Und beim Thema Urlaub: Sollten wir nicht lieber mit dem Zug in den Harz fahren als mit dem Flugzeug auf die Bahamas? …

Wir Bürger und Verbraucher haben eine Lebensform entwickelt, die wohl unvereinbar mit den Zielen der Klimapolitik wird. Es ist unser Lebensstil, der den Klimawandel produziert. Das zu diskutieren, traut sich aber keiner. Solange wir das nicht verstehen, werden wir die Entwicklung nicht aufhalten. Wir müssen unser Verhalten ändern.

Wo sind denn die Grünen, wenn die Stromleitungen von Norden nach Süden blockiert werden, weil sich Bürger sogar gegen unterirdische Trassen wehren? Ich habe weder Robert Habeck noch Annalena Baerbock dort in einer Diskussion gesehen. Die Bürgermeister werden von ihnen alleingelassen. Wenn die Grünen nicht, wie in Baden-Württemberg, die Regierungsverantwortung selber tragen, leben sie mehr von Hoffnungen und Forderungen als von konkreter Politik.

 

2420: Söder (CSU), Kretschmann (Grüne), Weil (SPD) retten die deutsche Automobilwirtschaft.

Samstag, Juni 8th, 2019

Die Ministerpräsidenten der drei deutschen „Autoländer“ Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen, Markus Söder (CSU), Winfried Kretschmann (Grüne) und Stephan Weil (SPD) haben auf der Bundespressekonferenz ihre gemeinsamen Ziele formuliert. In ihren Bundesländern sind die Automarken Mercedes, BMW, Volkswagen, Porsche und Audi angesiedelt. Die Ministerpräsidenten empfinden diese Firmen als die „größte Automobilwirtschaft der Welt“. Es geht um Mobilität und Arbeitsplätze. Dazu legten die Ministerpräsidenten ein gemeinsames dreiseitiges Papier vor. Das Automobil werde in den nächsten Jahren neu erfunden werden.

Söder, Kretschmann und Weil wollen den Wirtschaftsfaktor Auto mit der Moderne versöhnen. Kretschmann: „In Zukunft werden vor allem Anbieter von Lösungen für eine emissionsfreie und klimafreundliche Mobilität Chancen im globalen Wettbewerb haben.“ Die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen wollen enger kooperieren. Es geht dabei um eine „flächendeckende, länderübergreifende Ladeinfrastruktur“. Aber auch um gemeinsame Forschungsprojekte. Die ausländische Konkurrenz sei eine Herausforderung.

Die Bundesregierung sei bisher viel zu langsam vorangegangen. Söder: „Uns eint der Wille, die Zeitenwende der Automobilwirtschaft zu einer Erfolgsgeschichte zu machen für die Menschen, für unsere Unternehmen und für das Klima.“ Stephan Weil forderte die Zusammenführung von Umweltschutz und Arbeitsplatzerhalt (Eckart Lohse, FAZ 8.6.19).

Das geht in die richtige Richtung.

2418: ZDF Politbarometer Juni 2019

Freitag, Juni 7th, 2019

Union 27 Prozent, Grüne 26, SPD 13, AfD 13, FDP 7, Die Linke 7.

2417: Christoph Waltz spielt im nächsten Woody Allen-Film.

Donnerstag, Juni 6th, 2019

Oscar-Preisträger Christoph Waltz, 62, spielt im nächsten Woody Allen-Film mit, der im spanischen San Sebastian gedreht wird. Neben dem Österreicher sind weitere Darsteller der Komödie Gina Gershon, Elena Anaya und Louis Garrel. Allen ist bei der „Me Too“-Bewegung und großen Teilen des Feminismus in Verruf geraten, seit seine Adoptivtochter Dylan Farrow ihn 2018 des Missbrauchs bezichtigt hatte. Woody Allen hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen (dpa, SZ 6.6.19).

2416: Manfred Weber EVP-Fraktionschef

Donnerstag, Juni 6th, 2019

Manfred Weber (CSU) ist zum Fraktionsvorsitzenden der EVP im Europaparlament gewählt worden. Er erhielt 156 von 156 gültigen Stimmen. Die EVP hatte mit 24 Prozent bei den Europawahlen zwar verloren, war aber die stärkste Fraktion geblieben. Deshalb beansprucht Weber – zu Recht – das Amt des Kommissionspräsidenten. Es wird zum 1.11.2019 neu besetzt (SZ 6.6.19).