In Koblenz findet zur Zeit ein merkwürdiger Prozess statt. Die Opfer sind Syrer, die Täter sind Syrer, der Tatort ist Syrien. Und doch ist der Prozess in Koblenz richtig. Es ist weltweit der erste Prozess wegen Staatsfolter im Reich des Diktators Baschar al-Assad. Dort werden demnächst grauenhafte Verbrechen verhandelt, die das Assad-Regime an zahlreichen Menschen verübt hat. Natürlich gehört das Verfahren eigentlich vor den Internationalen Strafgerichtshof in Haag. Das aber verhindert Wladimir Putin, der russische Diktator, durch sein Veto im Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN). Er deckt so massenhaft Folter und Morde (Stefan Ulrich, SZ 24.4.20).
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2821: Putin deckt Folter und Morde in Syrien.
Freitag, April 24th, 20202820: Monika Grütters: Corona-Hilfen für Kulturschaffende nicht schlechtreden.
Freitag, April 24th, 2020Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) ist dagegen, die Finanzhilfen für Künstler und Selbständige in der Kultur schlechtzureden. Es liegt ein Sozialschutzpaket mit zehn Milliarden auf und ein Soforthilfeprogramm mit 50 Milliarden. Auch der Bund müsse sich um die freischaffenden Künstler kümmern (kna, SZ 24.4.20).
2819: USA: 26 Mio neue Arbeitslose in einem Monat
Freitag, April 24th, 2020Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, haben die USA im letzten Monat 26 Millonen neue Arbeitslose dazubekommen (dpa, SZ 24.4.20).
2818: Seriöse Fernsehsender profitieren von der Corona-Krise.
Donnerstag, April 23rd, 20201. Die AGF Videoforschung hat eine neue Studie („TV-Nutzung in der Corona-Krise“) zum Fernseh-Nutzungsverhalten vorgelegt.
2. Die Mediatheken von ARD, ZDF, Joyn und TV Now haben im März 2020 um zehn (10) Prozent zugelegt.
3. Im März lag die Sehdauer im Gesamtpublikum mit 244 Minuten 18 Minuten über dem Vorjahrsmonat.
4. Haupt-Profiteure sind ARD und ZDF, also die seriösen Sender.
5. An der Spitze liegt die „Tagesschau“. „Die ganze Familie versammelt sich vor dem Fernseher, um gemeinsam Nachrichten zu schauen. Diese erhalten einen Live-Charakter, den wir bisher so nicht gesehen haben.“
6. Auch die spezialisierten Nachrichten-Sender N-TV, Welt und Tagesschau 24 legen zu.
7. Während die öffentlich-rechtlichen Sender bei den Nachrichten gewinnen, steigen die Zahlen der privaten Sender bei der Unterhaltung.
8. Die Nutzung der Bildungskanäle ist stark angestiegen.
9. ARD Alpha bringt jeden Tag von neun bis zwölf Lernfernsehen.
10. Verlierer sind die Sportsender, auch Sky, Dazn, Eurosport und Sport 1 (Lisa Priller-Gebhardt, SZ 16.4.20).
2817: In der Krise: Frankreich und Deutschland im Vergleich
Mittwoch, April 22nd, 2020Nadia Pantel (SZ 22.4.20) schreibt aus Paris einen Vergleich zwischen Frankreich und Deutschland:
„Sucht man nach Gründen, warum Frankreich so viel stärker als Deutschland vom Virus betroffen ist, mischen sich Fakten und Spekulation. Sicher ist, dass Frankreich deutlich weniger testet und so infizierte Menschen weniger effizient isolieren konnte. Infizierte wurden zudem oft erst ins Krankenhaus eingewiesen, wenn ihr Zustand bedrohlich schlecht war und eine Heilung unwahrscheinlich wurde. Hinzu kommt, dass in Deutschland doppelt so viele Intensivbetten bereitstehen. Doch die gesundheitliche Versorgung ist nicht alles. Noch fehlen größere Studien, die vergleichen, inwieweit die Strukturen eine Rolle spielen. Eine so große, so eng besiedelte Metropole wie Paris mit seinen Vorstädten gibt es in Deutschland nicht. Immer wieder wird zudem vermutet, die soziale Nähe, durch Begrüßungsküsschen und engeren Zusammenhalt der Familien, sei in Frankreich größer.“
2816: Peter Sloterdijk als Medientheoretiker
Mittwoch, April 22nd, 2020Zur Corona-Krise wird auch Peter Sloterdijk befragt. In dem Fall von Adam Soboczynski (Die Zeit 8.4.20). Sloterdijk sagt:
„Wir erleben ein großes medientheoretisches Seminar. Man erkennt, im Ausnahmezustand entsteht Monothematismus. Dann sieht man erst richtig, wie moderne Gesellschaften in ihren Stimmungen von Tag zu Tag gewoben sind. Dank der Medien leben wir in Erregungsräumen, die durch wechselnde Themen gesteuert werden. Themen sind Erregungsvorschläge, die von der Öffentlichkeit angenommen werden oder nicht. Dabei schießen die Medienmacher immer etwas Übertreibung zu. Denken Sie an die AfD-Aufregung im Lande: Sie ist ein Luxusthema für unterbeschäftigte Übertreiber. Denken Sie an die MeToo-Welle: Sie hatte einen ernsten Kern, um den lagerten sich sofort die Übertreibungsunternehmen an. Denken Sie vor allem an den Terrorismus. Über den wurde zumeist im Modus der Halbernsthaftigkeit berichtet, man durfte und musste immer zusätzlich übertreiben.
…
Aus der Sicht der Medien ist etwas, das passiert, nie schlimm genug. Man weiß ja nie, was wie schlimm ist. Das entspricht im Übrigen der klassischen Rhetoriklehre.
Quintilian
sagte: Bei Gegenständen, deren Bedeutung und Dimension nicht sicher bestimmt werden können, ist es besser, zu weit zu gehen als nicht weit genug.“
2815: Schriftliches Urteil im NSU-Prozess
Mittwoch, April 22nd, 2020Fast zwei Jahre nach dem mündlichen Urteil im NSU-Prozess hat das Oberlandesgericht München am Dienstag ein schriftliches Urteil vorgelegt. Es umfasst 3.025 Seiten. Das sind sechs Aktenordner. Hinzu kommen 44 Aktenordner Protokoll. Das Gericht hat sich dafür fast 93 Wochen Zeit genommen. Erst nun kann die Revision anlaufen (RABE, SZ 22.4.20).
Möglicherweise wäre es für den einen oder anderen ganz gut, sich ein wenig einzulesen.
2814: Heinz Bude: Grüne und FDP kriegen Probleme.
Mittwoch, April 22nd, 2020Für den Kasseler Soziologen Heinz Bude geht mit der Corona-Pandemie eine Ära des Liberalismus (Individualismus) zu Ende. Dazu befragt ihn Tilman Gerwien (Stern, 2.4.20):
Stern: Bei uns haben FDP und Grüne die umfassende Liberalisierung am stärksten propagiert: die FDP wirtschaftlich, die Grünen kulturell. Wenn die liberale Erzählung jetzt in sich zusammenfällt, müssten beide große Probleme bekommen.
Bude: Das erwarte ich. Noch vor kurzem sah es so aus, als ob der zentrale kulturelle Konflikt zwischen AfD und Grünen ausgetragen werden würde. Und die traditionellen Volksparteien schauten von den Rändern zu, wie’s ausgeht. Die Grünen waren für die Lockerheit im Verhalten und für den Ernst des Gewissens zuständig, die AfD für Groll und Missmut. Aber die Konfliktlinien haben sich fundamental verschoben. Wir erleben in der Krise eine Renaissance der Volksparteien. Es wächst die Einsicht: Wir brauchen eben doch Parteien, die im vorpolitischen Raum Konzepte austesten, unterschiedliche Interessen zusammenbringen und nicht Ein-Thema-Ansätze verfolgen wie die AfD mit dem Migrations- und die Grünen mit dem Klimathema. …
2813: Der Klimawandel ist gefährlicher als Corona.
Dienstag, April 21st, 2020Der Biologe Volker Moosbrugger (Frankfurt) ist Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Ihn befragt Christoph Schäfer (FAS 19.4.20) zur Coronakrise.
FAS: Herr Moosbrugger, die Wirtschaft steht nahezu still. Ist der weltweite Shutdown gut für die Umwelt?
Moosbrugger: Für die Umwelt ist er prima. Die Verschmutzung der Luft und auch die CO 2-Emissionen haben deutlich abgenommen.
FAS: Das Bundesumweltamt sagt, Deutschland könne wegen des Kohleausstiegs und der Corona-Krise seine Klimaziele noch erreichen. Das klingt ebenfalls positiv.
Moosbrugger: Die Corona-Krise zeigt das Dilemma, in dem wir stecken. Das ganze Geschäftemachen, das Reisen und die Produktion führen dazu, dass es uns gutgeht. Aber sie sind schädlich für die Natur, weil wir bis jetzt keinen nachhaltigen Umgang mit ihr gefunden haben. Die Wirtschaft funktioniert im Moment nicht, aber die Natur erholt sich gerade.
…
FAS: Was ist ihrer Meinung nach gefährlicher: Die Corona-Krise oder der Klimawandel?
Moosbrugger: Gar keine Frage: Der Klimawandel ist die größere Bedrohung. Er hat sehr viel langfristigere Konsequenzen und ist schwieriger zu bewältigen. Und dann kommt noch der Verlust an Biodiversität dazu.
FAS: Führt die globale Rezession auch beim Artensterben zu einer Verschnaufpause?
Moosbrugger: Die Krise ist noch zu kurz, um das Artensterben zu verlangsamen. Außerdem sind die Themen, die das Artensterben vorantreiben, gerade kaum eingeschränkt. Der Amazonas wird immer noch gerodet, und die Landwirtschaft bringt unverändert Pestizide und Düngemittel auf die Felder.
…
FAS: Der WWF sagt, dieses Jahr könnte zum Wendepunkt für die biologische Vielfalt werden. Solche Warnungen hört man immer wieder: Es gehe nur noch jetzt sofort, sonst sei alles zu spät. Ist das Panikmache oder wissenschaftlich begründet?
Moosbrugger: Ich kämpfe gegen solche Aussagen. Ich höre seit 30 Jahren immer wieder, es sei fünf Minuten vor zwölf. Wenn das stimmen würde, müsste es nach dreißig Jahren ja locker fünf nach zwölf sein. Aber es bleibt offenbar immer fünf Minuten vor zwölf.
…
FAS: Der amerikanische Autohersteller Tesla lässt für seine neue Fabrik in Brandenburg 90 Hektar Wald roden. Das Unternehmen verspricht, das dreifach zu kompensieren. Ist damit alles gut?
Moosbrugger: Ja, das ist so wunderbar in Ordnung.
FAS: Die Umweltschützer dort haben sich also sinnlos aufgeregt?
Moosbrugger: Aus meiner Sicht ja. Hinzu kommt. Das Waldstück von Tesla war ein Forst, der war ökologisch nicht besonders wertvoll. Wenn Tesla es geschickt macht, sind die Ersatzflächen nachher ökologisch wertvoller.
2812: Paul Celan (1920-1970)
Montag, April 20th, 2020In der Nacht vom 19. auf den 20. April 1970 ging Paul Celan in Paris in die Seine. Der Jude aus Czernowitz hatte seine Eltern durch Mord in einem NS-Konzentrationslager verloren und selbst ein rumänisches Arbeitslager überlebt (Czernowitz war bis 1918 habsburgisch, dann rumänisch, später sowjetisch, heute ukrainisch). Celans von ihm getrennt lebende Frau, Gisèle de Lestrange, schrieb dazu am 10. Mai 1970 an Celans ehemalige Geliebte, Ingeborg Bachmann: „Er hat sich den einsamsten und anonymsten Tod ausgesucht.“ Celan war der größte deutschsprachige Lyriker seiner Zeit und blieb den Deutschen doch ein Leben lang fremd. Sein berühmtes Gedicht „Todesfuge“ ist gerade neu untersucht worden:
Thomas Sparr: Todesfuge. Biographie eines Gedichts. Stuttgart (dva) 2020, 336 S., 22 Euro.
Im Mai 1952 war es in Niendorf an der Ostsee zu den „Drei Tagen im Mai“ gekommen, bei denen Celan in Anwesenheit von Ingeborg Bachmann das Gedicht als eines von sechs vortrug und dabei von der Gruppe 47 vollkommen missverstanden worden war. Walter Jens schrieb dazu 1976: „Als Celan zum ersten Mal auftrat, da sagte man: ‚Das kann doch kaum jemand hören‘, er las sehr pathetisch. Wir haben darüber gelacht. Der liest ja wie Goebbels, sagte einer. Die ‚Todesfuge‘ war ein Reinfall in der Gruppe! Das war eine völlig andere Welt, da kamen die Neorealisten nicht mit, die sozusagen mit dem Programm groß geworden waren.“
Es war Hans Werner Richter, der den Goebbels-Vergleich angestellt hatte. Milo Dor erinnert sich an Richters Aussage, Celan „habe in einem Singsang vorgetragen wie in der Synagoge“. Klaus Briegleb hat in seiner Geschichte der Gruppe 47 geschrieben, „keine andere kulturelle Agentur in der westdeutschen Nachkriegszeit“ habe „die Ausblendung der Shoah so gründlich betrieben“ wie die Gruppe 47.
Celan war tief verletzt: „Ich war dort beleidigt worden: H.W. Richter, der Inge (Inge = Ingeborg Bachmann, W.S.) nach Hamburg gebracht hatte, sagte nämlich, meine Gedichte seien ihm auch darum so zuwider gewesen, weil ich sie im ‚Tonfall von Goebbels‘ gelesen hätte. Und so etwas muss ich erleben!“
Thomas Sparr schreibt dazu: „Was nahe war und nahegelegen hätte, die gemeinsame, doch so unterschiedliche Erfahrung des Nationalsozialismus, vom ‚Frost an den verschiedenen Fronten‘ wird Celan später in einem Gedicht schreiben, sollte in die Ferne gerückt werden. Goebbels rezitiert die ‚Todesfuge‘. Brutaler kann man die Geschichte nicht auf den Kopf stellen.“
Der Anfang der „Todesfuge“: „Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends/ wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts/ wir trinken und trinken/ wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng.“ (Sie finden die „Todesfuge“ hier auf meiner Seite unter Gedichten. Sie ist chronologisch geordnet.)
Dass manche deutsche Kritiker Celan später vorhielten, sein Gedicht sei angesichts der ihm zugrunde liegenden Gräuel doch „zu kunstvoll“ geraten, erboste ihn besonders und zu Recht. Die „Todesfuge“ passt nicht so einfach in die deutsche Nachkriegsmoderne. Weder seiner Datierung nach noch in seinen poetischen Mitteln. Die Stunde null, die Idee einer asketischen Moderne auf den Ruinen der Vorkriegswelt, war Celans Sache nicht. Er ruhte in älteren lyrischen Traditionen einer anderen Weltgegend, die seine westdeutschen Generationsgenossen unbekannt blieben.
Celan hatte, als er nach Wien gegangen war, wo er Ingeborg Bachmann kennenlernte, und dann 1948 nach Paris, zunächst vielfältige sehr gute Beziehungen zu deutschsprachigen Literaten gehabt. Dann zerstörte eine vergleichsweise banale Literaturintrige sein Leben. Die Witwe eines deutsch-französischen Lyrikers, Yvan Goll, mit dem sich Celan angefreundet hatte, beschuldigte ihn plötzlich des Plagiats. Das deutsche Feuilleton, das seinerzeit noch von solchen Ex-Nazis wie Günter Blöcker und Hans Egon Holthusen dominiert wurde, walzte die Angelegenheit aus. Und Paul Celan verzweifelte. Noch in den neunziger Jahren machte sich Günter Grass, der in den späten fünfziger Jahren wie Celan in Paris gelebt hatte, über den Lyriker lustig. Celan wandte sich von Grass ab wegen dessen „kleinen und großen Verlogenheiten, vermehrt um die mittlerweile noch höher ins Kraut geschossene Selbstgefälligkeit“. Celan vereinsamte, er wurde Patient in der Psychiatrie.
Hans-Peter Kunisch
Todtnauberg. Die Geschichte von Paul Celan, Martin Heidegger und ihrer unmöglichen Begegnung. München (dtv) 2020, 352 S., 24 Euro,
befasst sich nicht an jeder Stelle schlüssig mit den insgesamt drei Treffen (1967-1970) von Paul Celan und Martin Heidegger in Freiburg und im Schwarzwald. Dass der Antisemit (und das NSDAP-Mitglied) Martin Heidegger und das Holocaust-Opfer Paul Celan sich verstanden hätten, können wir uns nicht vorstellen. Es spricht für die Verwirrung Celans, dass er sich beim Schwarzwälder Kulturkonservatismus der Nachkriegszeit besser aufgehoben gefühlt hat als bei der Gruppe 47. Noch drei Wochen vor seinem Tod las Celan Heidegger in Freiburg vor.
Auf ihrer gemeinsamen Autofahrt im Schwarzwald mit Martin Heidegger, dem Freiburger Germanisten Gerhart Baumann und dessen Assistenten Gerhard Neumann am Steuer, habe er, so schreibt Celan an seine Frau Gisèle, „klare Worte“ gefunden, auf die Heidegger ausweichend oder gar nicht reagiert habe.
Wir wissen sehr viel über Paul Celan aus seinen Briefwechseln:
Paul Celan/Ilana Shmueli-Briefwechsel. Frankfurt am Main (Suhrkamp) 2004, 242 S.,
Herzzeit. Ingeborg Bachmann-Paul Celan. Der Briefwechsel. Frankfurt am Main (Suhrkamp) 2008, 399 S.
Die Briefwechsel mit Gisèle Celan-Lestrange, Rudolf Hirsch, Hanne und Hermann Lenz, Nelly Sachs, Peter Szondi, Franz Wurm, Klaus und Nani Demus habe ich nicht gelesen.
2020 neu erschienen:
Wolfgang Emmerich: Nahe Fremde. Paul Celan und die Deutschen. Göttingen (Wallstein) 2020, 400 S.,
Helmut Böttiger: Celans Zerrissenheit. Ein jüdischer Dichter und der deutsche Geist. Köln (Galiani) 2020, 208 S. (Böttigers drittes Buch über Celan),
Klaus Reichert: Paul Celan – Erinnerungen und Briefe. Berlin (Suhrkamp) 2020, 297 S.,
Paul Celan: „etwas ganz und gar Persönliches“. Briefe 1934-1970 Berlin (Suhrkamp) 2019, 1.286 S. (mit 330 unpublizierten Briefen).
Ich erinnere mich noch gut an das Ende eines Proseminars 1980, in dem wir ausschließlich die Soap Opera „Holocaust“ (1978) von Marvin Chomsky (mit Merryl Streep) analysiert und interpretiert hatten. Am Ende habe ich die Todesfuge vorgelesen. Neue Fragen stellten sich, neue Perspektiven ergaben sich. Wir haben ganz neu und sehr viel gelernt.
(Iris Radisch, Die Zeit 16.4.20; Julia Encke, FAS 19.4.20; Christoph Bartmann, SZ 20.4.20)