Die französische Staatsanwaltschaft hat gefordert, der Rechtsnationalen Marine Le Pen für fünf Jahre das passive Wahlrecht zu entziehen. Wegen der Scheinbeschäftigung von Mitarbeitern im Europaparlament. Le Pen könnte bei einer solchen Strafe zeitweise nicht mehr öffentliche Ämter wahrnehmen. Auch an der für 2027 geplanten französischen Präsidentschaftswahl könnte sie nicht teilnehmen (SZ 15.11.234).
Archive for the ‘Geschichte’ Category
5070: Le Pen droht Verlust des passiven Wahlrechts.
Samstag, November 16th, 20245069: Joseph Wulf 1912 – 1974
Freitag, November 15th, 2024Joseph Wulf hat 18 Bücher über das Dritte Reich geschrieben. Wegen ihrer von Wulf wahrgenommenen Wirkungslosigkeit nahm er sich 1974 das Leben. Er kam gegen das Vergessen und Vergessenwollen vieler Deutscher nicht an. Wulf war 1912 in Chemnitz geboren worden und wuchs als Jude in Krakau auf. Mit dem osteuropäischen Judentum war er eng verbunden. Er überlebte Auschwitz. Seiner Familie gelang das auf dem Land in Deutschland. Für seine historische Arbeit verwandte Joseph Wulf das Untergrundarchiv Emanuel Ringelblums aus dem Warschauer Ghetto. Wulf war wohl einer der Ersten, die den jüdischen Widerstand zu ihrem Recht kommen ließen. Mitte der fünfziger Jahre zog Wulf nach Berlin. Er wollte das Gebäude der Wannsee-Konferenz (20.1.1942) zu einer Gedenkstätte machen. Heute trägt die dortige Bibliothek seinen Namen (Rosa Budde, taz 14.11.24).
5068: AfD-Verbot beantragt
Donnerstag, November 14th, 2024Eine Gruppe von 113 Bundestagsabgeordneten um den CDU-Mann Marco Wanderwitz hat beim Bundestagspräsidium beantragt, die AfD verbieten zu lassen. Die Antragsteller stammen aus verschiedenen Fraktionen. Damit wird nach Artikel 21 des Grundgesetzes beantragt zu überprüfen, ob die AfD verfassungswirdrig ist. Dazu müsste nachgewiesen werden, dass die AfD aggressiv-kämpferisch gegen die Verfassung vorgeht. Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet die Partei als rechtsextremistischen Verdachtsfall (SZ 14.11.24).
Man mag den Antrag sympathisch finden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihm stattgegeben wird, ist leider gering.
5066: Tusk lädt Scholz nicht ein.
Dienstag, November 12th, 2024Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk möchte die europäische Verteidingungspolitik effektiver machen. Polen gilt in der Verteidigungspolitik als Vorbild für andere Europäer. Auch auf Grund seiner Lage. Einladen will er Großbritannien und Frankreich, nicht aber Olaf Scholz (SPD) (SZ 12.11.24).
5063: Sämtliche FDP-Minister zurückgetreten
Donnerstag, November 7th, 2024Nach der Entlassung von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) durch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sind alle FDP-Minister zurückgetreten. Das ist folgerichtig. Nun sollten bald Neuwahlen noch in diesem Jahr her und nicht erst im März 2025. Verfassungspolitisch ist das möglich. Man muss es nur wollen.
5062: Nordkoreanische Soldaten an der ukrainischen Grenze
Mittwoch, November 6th, 2024Nach ukrainischen Angaben befinden sich 11.000 nordkoreanische Soldaten im ukrainisch-russischen Grenzgebiet bei Kursk. Präsident Selensy dazu: „Wir sehen eine Zunahme der Nordkoreaner, aber wir sehen keine Zunahme der Reaktion unserer Partner.“ Das US-Verteidigungsministerium spricht von 10.000 Nordkoreanern an der Grenze (SZ 6.11.24).
5061: Die USA kriegen jetzt wieder einen Präsidenten, der nicht alle Tassen im Schrank hat.
Mittwoch, November 6th, 2024Das ist wirtschaftlich, kulturell und in Bezug auf die Menschenrechte für den Westen hoch gefährlich.
5060: Außenministerin Baerbock (Grüne) besucht ukrainische Soldaten.
Dienstag, November 5th, 2024Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat sich bei ihrem achten Besuch in der Ukraine seit Beginn des russischen Vernichtungskriegs über den Einsatz der von Deutschland gelieferten Flugabwehrpanzer Gepard informiert. Davon hat Deutschland bisher 55 geliefert und 176000 Stück Munition. Baerbock möchte die Ukraine weiter unterstützen (SZ 5.11.24).
5059: G.W. Pabst in den Perspektiven von Daniel Kehlmann
Sonntag, November 3rd, 2024Es ist schon bemerkenswert, dass Andreas Veiels Dokumentarfilm „Leni Riefenstahl“ an dem Tag in die Kinos kommt, an dem Daniel Kehlmanns Roman „Lichtspiel“ (über den Regisseur Georg Wilhelm Pabst, 1885-1967) von Christian Stückl auf die Bühne des Münchener Volkstheaters gebracht wird. Denn Riefenstahl und Pabst haben zusammengearbeitet, wenn auch nur kurz.
Vom „roten Pabst“ kennen wir die „Freudlose Gasse“ (1925 mit Greta Garbo), „Geheimnisse einer Seele“ (1926 wohl den ersten Film, der sich ernsthaft mit der Psychoanalyse auseinandersetzt), „Die Büchse der Pandora“ und „Tagebuch einer Verlorenen“ (je 1929 und mit Louise Brooks, die dadurch zu einer Filmikone wurde). Pabsts ersten Tonfilm „Westfront 1918“ (1930), einen dezidierten Antikriegsfilm, der Pabst bei der Reaktion verhasst machte), „Die Dreigroschoper“ (1931), „Kameradschaft“ (1931). 1933 verließ Pabst Deutschland und arbeitete in Hollywood und Frankreich. Ohne allzu großen Erfolg. Als er 1939 gerade wieder nach Hollywood gehen wollte, befand er sich in Österreich, um seine von ihm geliebte Mutter zu besuchen. Doch bei Kriegsbeginn wurden die Grenzen geschlossen. Und Pabst blieb nichts anderes übrig, als sich mit den Nazis einzulassen. Er wollte nur Filme machen. Das wurden dann Propagandafilme.
Er machte „Komödianten“ (1941), „Paracelsus“ (1943) und „Der Fall Molander“ (1945). Ab 1949 setzte er das Filmemachen fort, ohne Bemerkenswertes hervorzubringen. Bis auf einen Film. Pabst drehte 1955 „Es geschah am 20. Juli“, den ersten deutschen Film, der sich ernsthaft mit dem Widerstand gegen Hitler auseinandersetzte (Claus Schenk Graf von Stauffenberg).
Daniel Kehlmann hat auf Tatsachen für seinen Roman „Lichtspiel“ keine große Rücksicht genommen, er ist eben Romancier. Fest steht aber, dass Leni Riefenstahl für ihren Film „Tiefland“ (1949) Georg Wilhelm Pabst um Hilfe gebeten hat, weil sie sich als seine Schülerin sah. Nach vier Tagen endete die Zusammenarbeit, weil die beiden Regisseure völlig verschiedene Vorstellungen davon hatten, wie mit Schauspielern umzugehen sei. Riefenstahl hatte für „Tiefland“ Lagerinsassen eingesetzt, die später im Konzentrationsalger ermordet wurden. Ähnliches hat Kehlmann auch von Pabsts „Der Fall Molander“ (1945) behauptet. Dafür gibt es aber – im Gegensatz zum fall Riefenstahl – keinen Beweis. Pabst setzte sich nach 1945 kritisch mit dem Antisemitismus auseinander (Egbert Tholl, SZ 2./3.11.24).
5056: 1974: George Foreman – Muhammad Ali – ein Legende
Donnerstag, Oktober 31st, 2024Vor 50 Jahren gab es den legendären Weltmeisterschaftskampf zwischen George Foreman und Muhammad Ali in Kinshasa (Kongo) (den „Rumble in the Jungle“). Er hat an Aktualität fast nichts verloren. Ein Mythos. Vor allem wegen Norman Mailers Reportage „The Fight“. Wortgewaltig und unvergesslich. Ein Foreman-Fan hielt das Schild hoch „Foreman in 4“. Ali hatte Angst vor der Schlagkraft Foremans (Olympiasieger 1964). Ali 1960 im Halbschwergewicht. Er musste während des Kampfes ständig ausweichen, hing manchmal in den Seilen. War kurz vor dem „Aus“. Bis er Foreman in der achten Runde ausknockte. „Wer den Kampf, zu Ehren seines goldenen Jubiläums, noch einmal sieht, erkennt vor allem: Das war alles genauso groß, wie die Alten sagen.“ (Holger Gertz, SZ 30.10.2024)