Eine Studie der Universität Osnabrück (über drei Jahre) hat erschreckende Ergebnisse über sexualisierte Gewalt im Bistum Osnabrück zutage gebracht. Es wurden seit 1945 122 Priester und Diakone ermittelt, denen sexualisierte Gewalt vorgeworfen wird, jeder 25. Die Zahl der Opfer liegt bei über 400. Es waren mehr als doppelt so viel Jungen wie Mädchen. Gegen die meisten Beschuldigten wurde nie ermittelt. Als Ursachen nennt der Bericht „Machtstrukturen, Organisationsmängel und Fehlverhalten auf allen Ebenen kirchlicher Tätigkeit“. „Sprachliche Umdeutungen sexualisierter Gewalt ermöglichten es den Beschuldigten, ihr Handeln zu verbergen, zu verharmlosen oder als Teil ihrer priesterlichen Aufgaben erscheinen zu lassen.“ Bischof Franz-Josef Bode trat zurück (Harff-Peter Schünherr, taz 4.10.24).
Archive for the ‘Geschichte’ Category
5086: Sexualisierte Gewalt im Bistum Osnabrück
Montag, November 25th, 20245085: Scholz schürt die Kriegsangst der Deutschen.
Montag, November 25th, 2024Der aussichtslose Kanzlerkandidat der SPD, Olaf Scholz, macht auf „Besonnenheit“. Angeblich will er der Ukraine helfen und trotzdem einen Krieg vermeiden. Dabei kommt ihm das Märchen von AfD und BSW in die Quere, die Gefahr aus Russland sei gar keine. Scholz beharrt darauf, keine Marschflugkörper vom Typ „taurus“ zu liefern. Das soll klingen, als ob damit der Dritte Weltkrieg verhindert würde. Und viele SPD-Wähler fallen darauf rein. Typisch SPD. Sogar der russische Außenminister Sergej Lawrow hat Scholz für seine Politik gelobt. Tatsächlich schwächt Scholz die Ukraine und führt die deutschen Wähler in die Irre (Daniel Brössler, SZ 25.11.24).
5082: Deutsches Dilemma wegen Haftbefehl gegen Netanjahu
Samstag, November 23rd, 2024Wegen des Haftbefehls des Internationalen Gerichtshofs in den Haag gegen Benjamin Netanjahu befindet sich Deutschland in einem Dilemma. Die Bundesregierung weiß anscheinend noch nicht, wie sie sich verhalten will. Deutschland zählt sich zu den größten Unterstützern des Gerichtshofs. Es sei aber schwer sich vorzustellen, dass Netanjahu hier verhaftet werden könnte.
Dabei hatte Peter Münch (SZ 22.11.24) plausibel gezeigt, dass der Haftbefehl gegen Netanjahu und den ehemaligen Verteidigungsminister Joav Gallant völlig zu Recht ausgestellt worden war. Und Münch kann man nun wirklich nicht als Antisemiten sehen. Grund sei die nicht völkerrechtsgerechte israelische Kriegsführung in Gaza. Sie habe schon viele Menschenleben gefordert. Zudem sei der israelischen Gerichtsbarkeit derzeit nicht zu trauen, seit das Netanjahu-Regime eine „Justizreform“ geplant hatte. Außerdem werde noch ein Hamas-Führer mit Haftbefehl gesucht. Münch meinte, dass die aktuellen praktischen Auswirkungen des Haftbefehls möglicherweise nicht so stark seien, dafür aber die möglichen politischen Auswirkungen um so gewaltiger. „Doch all das darf keine Rolle spielen, wenn man die Bedeutung des Völkerrechts und der internationalen Gerichtsbarkeit ernst nimmt.“
5077: Anglikanisches Oberhaupt zurückgetreten
Dienstag, November 19th, 2024Das Oberhaupt der anglikanischen Kirche, der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, ist zurückgetreten. Wegen eines Missbrauchsskandals. Er hatte den jahrzehntelangen Missbrauch von mehr als 100 Jungen und jungen Männern nicht öffentlich gemacht. Begangen hatte die Taten ein Anwalt der anglikanischen Kirche. Welby schreibt: „Es ist völlig klar, dass ich die persönliche und institutionelle Verantwortung für die lange und erneut traumatisierende Zeit zwischen 2013 und 2014 übernehmen muss.“ Er trete in „tiefer Trauer mit allen Opfern“ zurück (SZ 13.11.24).
5076: Auch die evangelische Kirche versagt im Umgang mit sexuellem Missbrauch.
Dienstag, November 19th, 2024Vor knapp einem Jahr erschien die erste umfassende Studie zu sexuellem Missbrauch in der evangelischen Kirche in Deutschland. Dabei wurde klar, dass auch hier Kinder von Pastoren oder in Heimen der Diakonie sexuell missbraucht und vergewaltigt worden waren. Eine Sondersynode wurde gefordert, fand aber nicht statt. Viele Gemeinden taten so, als wollten sie zur Tagesordnung übergehen („noch so ein Krisenthema“). Eine angemessene Auseinandersetzung insbesondere mit den Opfern fand nicht statt.
„In ihrer Studie attestieren die ..-Forscher der Kirche im Umgang mit Betroffenen schwere Mängel: Sie wurden pathologisiert, emotionalisiert und gegeneinander ausgespielt. Jene Betroffene, die sich der Logik der KIrche unterwarfen, wurden als hilfreich und konstruktiv aufgewertet. Jene, die sich distanzierten und die Kirche anklagten, wurden ausgegrenzt.“ (Annette Zoch, SZ 13.11.24)
Flauschiger Kirchsprech sollte alles zudecken. Obwohl: „Die Betroffenen haben alles Recht, unversöhnlich zu sein, auf Distanz zu gehen, die Institution anzuklagen. Das muss diese aushalten.“ Das Thema überschattet alles, „was die Kirche sonst tut, fordert und sagt.“
5075: Kosten für Pflegeversicherung steigen.
Dienstag, November 19th, 2024Nach einer Studie der Barmer Krankenkasse liegen die Ausgaben für aktuell pflegebedürftige Menschen um 50 Prozent über denen für kürzlich Verstorbene. Gründe sind demnach Leistungsausweitungen, Lohnerhöhungen für das Pflegepersonal und eine Verdoppelung der durchschnittlichen Pflegedauer auf 7,5 Jahre. Es wurde errechnet, dass kürzlich Verstorbene im Durchschnitt 50.000 Euro aus der Pflegeversicherung erhalten haben. Für die aktuell Pflegebedürftigen müssen die Pflegekassen durchschnittlich mindestens 76.000 Euro ausgeben (SZ 19.11.24).
5073: Scholz‘ Telefonat mit Putin
Montag, November 18th, 2024Bundeskanzler Scholz hat nicht bei dem russischen Kriegsverbrecher Wladimir Putin angerufen, weil er sich davon einen Erfolg versprach. Das hat selbst Olaf Scholz nicht geglaubt. Nein, Scholz hat wegen der unsicheren Kantonisten in der SPD bei Putin angerufen. Sie stehen nicht fest zur Nato und lehnen weitere US-Mittelstreckenraketen ab. Die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern kommt für sie nicht in Frage. Ich könnte hier hunderte der Protagonisten aufführen. Dazu reicht der Platz nicht. Die SPD ist tief gespalten. Dafür hat sie noch einen bezahlten Putin-Propaganda-Agenten zu bieten, der den russischen Kriegsverbrecher unterstützt: Gerhard Schröder.
Furchtbar.
Ab in die Opposition.
5070: Le Pen droht Verlust des passiven Wahlrechts.
Samstag, November 16th, 2024Die französische Staatsanwaltschaft hat gefordert, der Rechtsnationalen Marine Le Pen für fünf Jahre das passive Wahlrecht zu entziehen. Wegen der Scheinbeschäftigung von Mitarbeitern im Europaparlament. Le Pen könnte bei einer solchen Strafe zeitweise nicht mehr öffentliche Ämter wahrnehmen. Auch an der für 2027 geplanten französischen Präsidentschaftswahl könnte sie nicht teilnehmen (SZ 15.11.234).
5069: Joseph Wulf 1912 – 1974
Freitag, November 15th, 2024Joseph Wulf hat 18 Bücher über das Dritte Reich geschrieben. Wegen ihrer von Wulf wahrgenommenen Wirkungslosigkeit nahm er sich 1974 das Leben. Er kam gegen das Vergessen und Vergessenwollen vieler Deutscher nicht an. Wulf war 1912 in Chemnitz geboren worden und wuchs als Jude in Krakau auf. Mit dem osteuropäischen Judentum war er eng verbunden. Er überlebte Auschwitz. Seiner Familie gelang das auf dem Land in Deutschland. Für seine historische Arbeit verwandte Joseph Wulf das Untergrundarchiv Emanuel Ringelblums aus dem Warschauer Ghetto. Wulf war wohl einer der Ersten, die den jüdischen Widerstand zu ihrem Recht kommen ließen. Mitte der fünfziger Jahre zog Wulf nach Berlin. Er wollte das Gebäude der Wannsee-Konferenz (20.1.1942) zu einer Gedenkstätte machen. Heute trägt die dortige Bibliothek seinen Namen (Rosa Budde, taz 14.11.24).
5068: AfD-Verbot beantragt
Donnerstag, November 14th, 2024Eine Gruppe von 113 Bundestagsabgeordneten um den CDU-Mann Marco Wanderwitz hat beim Bundestagspräsidium beantragt, die AfD verbieten zu lassen. Die Antragsteller stammen aus verschiedenen Fraktionen. Damit wird nach Artikel 21 des Grundgesetzes beantragt zu überprüfen, ob die AfD verfassungswirdrig ist. Dazu müsste nachgewiesen werden, dass die AfD aggressiv-kämpferisch gegen die Verfassung vorgeht. Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet die Partei als rechtsextremistischen Verdachtsfall (SZ 14.11.24).
Man mag den Antrag sympathisch finden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihm stattgegeben wird, ist leider gering.