12 Zentimeter beträgt der durchschnittliche Unterschied in der Körpergröße zwischen Männern und Frauen. In Deutschland 14. Und der Abstand nimmt schnell zu. Das geht aus Daten der Weltgesundheitsbehörde im 20. Jahrhundert hervor. Das wird regelmäßig mit der Ernährung erklärt und damit, ob Krankheiten behandelt werden. In der ersten Hälfte des letzten Jahrhundert sind Männern im Schnitt um 4,0 Prozent gewachsen, Frauen um 1,9 Prozent. Im Jahrgang 1905 war eine von vier Frauen größer als ein durchschnittlicher Mann, im Jahr 1958 nur noch eine von acht Frauen.
Die Erklärungen dafür sind, wie in der Wissenschaft üblich, verschieden. Während eine Theorie sexuelle Selektivitä für die Ursache des Phänomens hält, glaubt die andere daran, dass die Unterschiede „normal“ seien. In Zeiten des Mangels werden Körper kleiner. Bei Frauen ist das nur begrenzt möglich, weil sie ja die Kinder kriegen müssen. Die längsten Menschen der Welt leben in den Niederlanden. Allmählich bleiben neuerdings Kinder dort hinter dem Wachstum der Eltern zurück. Körperlänge kann auch Krankheiten hervorrufen wie Knie- oder Rückenbeschwerden (Christina Berndt, SZ 29.1.25).