Archive for the ‘Geschichte’ Category

2186: Antisemitismus in der Labour Party

Sonntag, November 4th, 2018

Der Antisemitismus ist nicht mit Auschwitz, Maidanek, Treblinka und Sobibor zu Ende gegangen. Diese deutschen Vernichtungslager in Polen markieren nur einen Höhepunkt des Antisemitismus in seiner langen  Geschichte. Der Antisemitismus war vorher da, er ist heute da, und er wird vermutlich immer da sein.

Inzwischen ermittelt Scotland Yard gegen die Labour Party wegen Antisemitismus nach einem Interview seiner Chefin mit dem Radiosender LBC. Dort wurde ihr ein Dossier mit 45 Fällen übergeben, in denen sich „einfache“ Labour-Mitglieder antisemitisch äußern. Im Sommer 2018 war schon der Labour-Vorsitzende Jeremy Corbyn des Antisemitismus bezichtigt worden. In den überwiegend online publizierten antisemitischen Äußerungen heißt es etwa: „Wir müssen die Juden loswerden, die wie Krebs für uns alle sind.“ (Jochen Buchsteiner, FAZ 3.11.18) Also: wie bekannt: Auch linke Parteien sind nicht vor Antisemitismus gefeit.

2185: AfD – verfassungswidrig ?

Samstag, November 3rd, 2018

In einem Rechtsgutachten, das die AfD selbst in Auftrag gegeben hat, kommt der als konservativ geltende Freiburger Staatsrechts-Emeritus Dietrich Murswiek zu dem Ergebnis, dass Auftreten und Handeln der AfD in vielen Fällen Anlass dazu geben, dass die Partei vom Verfassungsschutz beobachtet werden muss. Das will die Partei, die mittlerweile in allen 16 Landesparlamenten und im Bundestag vertreten ist, gerade vermeiden. Durch das Gutachten könnten Wähler und Basis der AfD abgeschreckt werden.

Die AfD hat deswegen eine Kommission eingesetzt, die erreichen soll, dass das Verhalten der Partei „verfassungskonform“ ist. Geleitet wird sie vom Vizechef der Bundestagsfraktion, Roland Hartwig, der früher Justitiar eines großen Chemie-Konzerns war. Auf den letzten vier Seiten des Murswiek-Gutachtens stehen „Handlungsempfehlungen zur Vermeidung einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz“. Danach sind zu vermeiden pauschale Diffamierungen und Herabwürdigungen von Ausländern/Immigranten/Flüchtlingen/Muslimen. Reizwörter wie „Umvolkung“, „Überfremdung“, „Volkstod“ oder „Umerziehung“ kommen nicht mehr in Frage. Auch pauschale Negativurteile sind nicht erlaubt, die zum Ausdruck kommen in Begriffen wie „Altparteien“, „politische Klasse“ oder „Lügenpresse“.

Ein AfD-Vorstandsmitglied sagte schon dazu: „Wenn man das Papier ernst nimmt, können wir gar nichts mehr machen.“ Und in einem „Stuttgarter Aufruf“ haben mehrere hundert Mitglieder des rechten Flügels geschrieben: „Wir widersetzen uns allen Denk- und Sprechverboten.“ (Sebastian Pittelkow/Katja Riedel/Jens Schneider, SZ 3./4.11.18)

2184: Wahrscheinlich die letzte Chance für die SPD: Friedrich Merz

Samstag, November 3rd, 2018

Allenthalben lese ich, dass die SPD aus sich selbst heraus wohl nicht in der Lage sei, sich wieder zu beleben. Dazu fehle es an Inhalten und Personal. Sie werde wohl den Weg ihrer französischen und italienischen Schwesterparteien gehen. Gegenargumente fallen mir dazu kaum ein, so sehr ich mir sie auch wünsche.

Da kommt die CDU ihrem Koalitionspartner ungewollt zur Hilfe. Bei dem Versuch, nach Angela Merkels Rückzug ihrerseits einen Neustart (aus ganz anderen Gründen als die SPD) hinzubekommen, treten drei Kandidaten für den Parteivorsitz an: Friedrich Merz, Jens Spahn und Annegret Kramp-Karrenbauer. Spahn hat anscheinend nicht mit Merz‘ Kandidatur gerechnet. Dahinter soll Wolfgang Schäuble stecken. Aus Rache? Jedenfalls ist ein „konservativer“ Kandidat zu viel.

Der SPD würde Friedrich Merz guttun. Er ist ein klassischer Vertreter des Neoliberalismus, der in der Wirtschaftskrise 2008 gescheitert ist. Als gegenwärtiger Aufsichtsratsvorsitzender von Blackrock vertritt er die Interessen von Kapitalanlegern, Großinvestoren und Steuervermeidern. Und das in einer Zeit, in der

bezahlbare Wohnungen, sichere Renten, Chancengleichheit in der Bildung und der Kampf gegen die Klimakatastrophe

angesagt sind. Vielleicht kann Merz die SPD wieder beleben. Für die CDU ist Frau Kramp-Karrenbauer die beste Kandidatin.

2177: Merkels Rückzug ist aller Ehren wert.

Montag, Oktober 29th, 2018

Die Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), im Dezember nicht wieder für den CDU-Vorsitz zu kandidieren und 2021 nicht als Kanzlerkandidatin zur Verfügung zu stehen, ist aller Ehren wert. Sie macht sich damit um Deutschland und ihre Partei verdient. Das hessische Wahlergebnis macht dieses Vorgehen gerade so eben möglich. Wir können aufatmen. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), Hessens wahrscheinlich auch neuer Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) haben Angela Merkel entsprechend gewürdigt.

Angela Merkel hat um die Union (CDU und CSU) die größten Verdienste. Wer außer ihr hätte bei diesem machtbewussten Kanzlerwahlverein die Kraft zur Integration gehabt, die einmal politisch richtig und zweitens erforderlich war, um so viele entscheidende Wahlen zu gewinnen. Ihre konservativen Gegner in der Partei (u.a. Friedrich Merz) hätten das nie geschafft. Nun kann die CDU zeigen, dass sie das Ziel, die Kraft und die Fähigkeit besitzt, sich zu erneuern. Die beste Kandidatin dafür ist Annegret Kramp-Karrenbauer. Die gegenwärtige CDU-Generalsekretärin war im Saarland Ministerin, Ministerpräsidentin und hat feste Beziehungen zu den Sozialausschüssen (frühere Protagonisten: Hans Katzer, Heiner Geisler, Norbert Blüm). Dadurch bürgt sie für den Einsatz für soziale Gerechtigkeit. Auch bei den Themen Klimaschutz, Westbindung, Wohnungsbau und Rentengerchtigkeit ist ihr viel zuzutrauen.

In Hessen kann Schwarz-Grün weiter regieren. Das ist gut für das Bundesland. Rot-rot-grüne Bündnisse sind gerade in politisch harten und bewegten Zeiten nicht geeignet, einen stabilen, demokratischen und sozialstaatlichen Kurs zu steuern. Das Problem sind die Linken. Dass die AfD nur Häme für Merkels Vorgehen bereithält, verwundert nicht. Es passt ins Bild. Vielleicht hat die AfD bereits den Höhepunkt bei ihren Wahlergebnissen erreicht. Das wäre gut.

2173: Martin Heidegger hasste das Feuilleton.

Freitag, Oktober 26th, 2018

Unter den Ressorts der Presse (Politik, Wirtschaft, Feuilleton, Sport, Lokales) wird das Feuilleton gerne unterschätzt. Das war in Göttingen nicht so. Wilmont Haacke hatte sich sogar über das Feuilleton habilitiert. Sein Handbuch des Feuilletons erschien in drei Bänden (Emsdetten 1951 bis 1953), die erste Auflage aus den Jahren 1943 und 1944 verschweigen wir dabei nicht. Erst danach wurde im vollen Umfang herausgearbeitet, wie politisch das Feuilleton ist. Es setzt hier entscheidende Akzente in Bezug auf Ideologien, Theorien, Ansätze, Gesellschaftsentwürfe.

Das wird besonders deutlich daran, dass Martin Heidegger, der Philosoph, der den „Führer führen wollte“ (1933), das Feuilleton verabscheute. Er schrieb:

„Aber das Schlimmste an der Zeitung sind nicht die Mord- und Skandalgeschichten, sondern das Feuilleton, weil es sich ausgibt, als wahre es den Geist. … Es ist selber der Mord des Denkens und der Skandal des Geistes.“ Das Zitat stammt aus

Peter Trawny: Heidegger-Fragmente. Eine philosophische Biographie. Frankfurt am Main (S. Fischer) 2018, 320 Seiten, 25 Euro.

(Thomas Meyer, SZ 26.10.18)

 

2172: Linke: zum Regieren nicht geeignet.

Freitag, Oktober 26th, 2018

Die Bundesregierung hat im ganzen letzten Jahr ein schlechtes Bild abgegeben. Zwar war ihre Arbeit im Einzelnen gar nicht so übel (etwa gemeinsames Tragen der Sozialbeiträge durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer), aber der bayerische Komödienstadel des Horst Seehofer (CSU) hat die Bundesregierung und die CDU/CSU und die SPD geschwächt. Die SPD machte ja bei allem mit. Das in einer Zeit, wo die parlamentarische Demokratie und ihre Volksparteien durch Rechtspopulisten und Rechtsextremisten ohnehin stark unter Druck geraten sind. Bei den Wahlen gab’s die Quittung. Der Wähler ist eben doch nicht nur dumm. Wahrscheinlich ist letztlich die starke Ausdifferenzierung der postindustriellen Gesellschaft dafür verantwortlich, dass die Volksparteien verschwinden.

Da liegt es nahe, an andere Regierungszusammensetzungen als eine große Koalition zu denken. Vollkommen legitim. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass etwa eine grün-rot-rote Koalition untauglich ist. Denn die Linken sind nicht regierungsfähig. Es handelt sich bei ihnen um Kommunisten oder um Ex-Kommunisten, die noch nicht genug gelernt haben. Heute verteidigen sie die völkerrechtswidrige Annektion der Krim wie sie früher andere kommunistische Übergriffe befürwortet haben:

– die Niederschlagung des Volksaufstands in der DDR am 17. Juni 1953,

– die Niederwerfung des ungarischen Volksaufstands und der polnischen Demokratiebewegung 1956,

– die militärische Beendigung des Prager Frühlings 1968,

– den Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan 1979/80.

Für sie ist Michail Gorbatschow ein Verräter, sie hassen ihn. Die Linken lehnen die NATO ab und stehen nicht voll auf dem Boden der sozialen Marktwirtschaft. Sie sind noch nicht so weit. Jedenfalls nicht zum Regieren im Bund. Ganz anders als die Grünen, die sich von ihren kommunistischen (K-Gruppen) und nationalsozialistischen Wurzeln (etwa Baldur Springmann) emanzipiert haben. Sie stehen nicht nur für eine umfassende Ökologie, sondern auch für Menschenrechte, für Europa, für eine solide Friedenspolitik, usw.

2171: Umgang mit dem Zölibat

Donnerstag, Oktober 25th, 2018

Clemens Betting, 61, ist Buchhändler in Warendorf. Nach einem Studium der Geschichte, Geografie und Theologie war er ursprünglich katholischer Pfarrer gewesen. Dann wurde er fristlos entlassen, weil er seine Freundin heiraten wollte. Matthias Drobinski hat ihn für die SZ (25.10.18) interviewt.

SZ: Dann kam der Tag, an dem Sie dem Bischof die Wahrheit sagten.

Betting: Ich habe mich vorher beraten lassen, in Köln, wo ich untertauchen konnte. Das System zwingt zur Heimlichkeit. Ich habe die Bischofssekretärin angerufen: Ich wünschte dringend ein Gespräch – und hatte am nächsten Tag um zehn Uhr einen Termin bei Bischof Lettmann. Ich hatte mir vorgenommen: Noch bevor du sitzt, muss die Wahrheit draußen sein, und sagte sofort: Herr Bischof, ich möchte Ihnen mitteilen, dass ich aufhöre. Er fragte nur: Mann oder Frau? Ich sagte ihm, dass ich meine Freundin heiraten wolle. Er drängte mich dann, ich sollte mich laisieren lassen. Dazu hätte ich erklären müssen, bei der Weihe nicht im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte gewesen zu sein oder gelogen zu haben. Das wollte ich nicht. Ich bin damals bewusst Priester geworden. Als ich ging, musste er sich die Tränen wegdrücken.

SZ: Sie sind ja bei Weitem nicht der einzige Priester, der aufhört und heiratet. Haben Sie den Eindruck, dass die katholische Kirche aus solchen Erfahrungen lernt?

Betting: Ich fürchte nein. Ich habe mich sehr über die Wahl von Papst Franziskus gefreut, aber die Hoffnungen sind verdunstet. Meine Frau ist Physikerin, die würde jetzt sagen: Was verdunstet ist, ist immer noch da, nur in einem anderen Aggregatzustand. Aber ich sehe nichts, was diese Hoffnung wieder verfestigen könnte. Das System Kirche implodiert.

2170: Heike Drechsler war keine IM.

Donnerstag, Oktober 25th, 2018

Die zweifache Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler hat in einem Gutachten feststellen lassen, dass sie keine inoffizielle Mitarbeiterin der Stasi gewesen ist. Erstattet hat das Gutachten der Stasi-Forscher Helmut Müller-Enbergs, der Mitherausgaber des Lexikons „Wer war wer in der DDR?“ gewesen ist: „Frau Heike Drechsler war zu keinem Zeitpunkt (…) als IM ‚Jump‘ beim MfS erfasst gewesen.“

Heike Drechsler hatte 1987 von Heinz Bergner, einem Freund der Familie und Stasi-Offizier, 500 DM erhalten. Auf der Quittung hatte sie mit „Jump“ unterschrieben. 1993 trat Drechsler mit Bergner im ZDF-Sportstudio auf und kriegte von ihm bescheinigt, dass sie keine Informationen gegeben und konspirativ gearbeitet habe.

Helmut Müller-Enbergs, der 2018 an der dänischen Universität Odense Spionage-Geschichte lehrt, hat das Lexikon korrigieren lassen. „Sie hatte Kontakte zur Stasi, ob wissentlich oder nicht, und sie war – zumindest vorübergehend – Begünstigte der Stasi.“ (dpa, SZ 25.10.18)

2169: Die Abschaffung des Solis würde nur den Reichen etwas bringen.

Donnerstag, Oktober 25th, 2018

Die Abschaffung des Solidaritätszuschlags würde nur den Beserverdienenden etwas bringen. Einfach weil die ärmere Hälfte der Bevölkerung nur ganze 1,7 Prozent zum Soli-Aufkommen beiträgt, wie Stefan Bach vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ausgerechnet hat. Die Ergänzungsabgabe wurde 1991 eingeführt. Für fünf Jahre. Wir haben sie heute noch. Seit 1995 finanziert der Soli nicht mehr die Einheit, sondern fließt in den Bundeshaushalt.

Erforderlich ist der Soli heute noch, weil die Wohlhabenden anderswo enorm entlastet worden sind:

– die Vermögenssteuer wurde gestrichen,

– die Erbschaftssteuer stark verwässert,

– der Spitzensteuersatz sank von 53 auf 42 Prozent,

– dafür zahlen die Durchschnittsverdiener jetzt 19 statt 16 Prozent Mehrwertsteuer.

Ein Familienvater mit zwei Kindern zahlt den Soli erst, wenn er mehr als 52.000 Euro im Jahr verdient. Die durchschnittlichen Angestellten werden nicht von der Einkommenssteuer belastet, nach der der Soli berechnet wird, sondern von den Sozialabgaben, die in voller Höhe anfallen, sobald man mehr als 850 Euro im Monat verdient.

Der erste Schritt der Soli-Abschaffung mit zehn Milliarden Euro soll 2021 erfolgen, wenn diese Regierung nicht mehr im Amt ist. Dann darf die nächste Regierung zusehen, wie sie das Zehn-Milliarden-Loch stopft, das fortan jedes Jahr auftaucht. Die SPD ist stolz auf sich, weil sie verhindert hat, dass der Soli ganz abgeschafft wird. Dafür treten nun massiv die Lobbyisten auf den Plan, um ihn ganz zu kippen. Die 28 DAX-Konzerne, die keine Banken sind, haben 2017 einen Gewinn von 133 Milliarden Euro vor Steuern und Zinsen gemacht. Die Körperschaftssteuern aller deutschen Kapitalgesellschaften beliefen sich nur auf 27 Milliarden.

„Die Sozialdemokraten haben in der Finanzpolitik als einziges Ziel, dass die Besserverdienenden nicht 20 Milliarden Euro geschenkt bekommen, sondern ’nur‘ 10 Milliarden. Kein Wunder, dass die meisten Wähler die SPD für überflüssig halten.“ (Ulrike Herrmann, taz 19.10.18)

2168: Günter Rohrbach 90

Mittwoch, Oktober 24th, 2018

Marvon Chomskys „Holocaust“ hat er ins deutsche Fernsehen gebracht. Vorher schon Rosa von Praunheims „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ und Rainer Werner Fassbinders „Acht Stunden sind kein Tag“. Er war vermutlich die entscheidende Figur bei der Entwicklung von Film und Fernsehen in Deutschland nach 1945. Als Programmdirektor des WDR und als Fernsehspiel-Chef der ARD. Er ist heute noch drahtig, neugierig und begeisterungsfähig: Günter Rohrbach wird 90.

Regisseure wie Klaus Lemke, Wim Wenders, Edgar Reitz, Margarete von Trotta und Volker Schlöndorff verdanken ihm sehr viel. Er verschaffte ihnen Freiräume. Wolfgang Petersen ermöglichte er das Schwulendrama „Die Konsequenz“. Günter Rohrbach war mutig und in der Lage, sich auf die Bürokratie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks einzulassen.

Studiert hatte Günter Rohrbach Germanistik, Philosophie, Psychologie und Theaterwissenschaften in Bonn, München und Paris, fand das Studium seinerzeit aber schon ziemlich verstaubt. Rohrbach war unternehmungslustig und fand dabei immer wieder Mitstreiter. 1979 übernahm er die Geschäftsführung der Bavaria Studios in München. Helmut Dietl drehte mit ihm „Schtonk“, Dominik Graf „Die Katze“ und Wolfgang Petersen „Das Boot“. Über diesen so hochgelobten Film konnte man streiten. War er nicht auch eine Beschönigung des U-Boot-Kriegs und seiner Protagonisten. Hier liegt ein Hauptproblem von Rohrbachs Lebensthema, der deutschen Vergangenheitsbewältigung. Prägend war Rohrbach bei den „amphibischen Filmen“, die sowohl im Kino als auch im Fernsehen mit Erfolg gezeigt werden können.