Archive for the ‘Geschichte’ Category

5387: Papst Leo XIV. kritisiert Israel.

Dienstag, Juli 22nd, 2025

In seinem Mittagsgebet in Castelgandolfo hat Papst Leo XIV. das Vorgehen Israels in Gaza scharf kritisiert. „Ich empfinde tiefen Schmerz über den Angriff israelischer Streitkräfte auf die katholische Kirche in Gaza-Stadt.“ Am Wochenenede sind 67 Palästinenser beim Warten auf Hilfsgüter durch israelischen Beschuss getötet worden. (SZ 21.7.25)

5386: 75 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland

Montag, Juli 21st, 2025

Der Zentralrat der Juden in Deutschland wird 75 Jahre alt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gratuliert. Der Zentralrat sei seit 1950 „zu einer der wichtigsten politischen Stimmen in unserem Land und zu einer Säule der Demokratie geworden“. „Nur wenn sich Jüdinnen und Juden in Deutschland vollkommen sicher fühlen können, ist dieses Lan ganz bei sich.“ Bundeskanzler Friedrich Merz: „Der Zentralrat erinnert daran, was selbstverständlich sein sollte: Deutschland muss ein Schutzraum sein für Jüdinnen und Juden. Sorgen wir dafür.“ Im September gibt der Zentralrat einen Jubiläumsempfang in Berlin (SZ 21.7.25).

Es ist bemerkenswert, dass es sich Juden zumuten, in Deutschland zu leben. Dienlich ist es dabei wahrscheinlich, dass es auch in anderen Staaten kaum bessere Verhältnisse gibt als bei uns.

5385: Europa braucht sehr viel Geld.

Sonntag, Juli 20th, 2025

Der EU-Haushaltsentwurf 2028-2035 von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist sehr hoch: 2 Billioen Euro. Die meisten europäischen Länder wollen das nicht zahlen. Dabei geht es vor allem um die Sicherheit der EU. Vor dem aggressiven Russland. Es geht auch um spezielle Gruppen wie die Bauern und die Raucher. Die europäische Wirtschaft muss modernisiert werden. Wir müssen ökonomisch China und politisch den unzuverlässigen USA standhalten können. Putin ist ein Kriegsverbrecher, Die Beratungen über den europäischen Haushalt werden zwei Jahre dauern. Falls wir unseren Verpflichtungen nicht nachkommen, dient das den Faschisten und Rechtsextremisten (Josef Kelnberger, SZ 19./20.7.25).

5383: Wolfram Weimer für Änderung des Richter-Wahlrechts.

Samstag, Juli 19th, 2025

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer schlägt eine Änderung des Richter-Wahlrechts im Bundestag vor. „Wir müssen darüber nachdenken, ob eine Richter-Wahl weiterhin mit Zwei-Drittel-Mehrheit erfolgen sollte.“ „Ich bin kein Verfassungsjurist, plädiere aber für einfache Mehrheiten.“ „Wir haben zu viele Extremisten im Bundestag.“ (SZ 19./20.7.25)

5381: Erzbischof Gössl nimmt seine Kritik an Frau Brosius-Gersdorf zurück.

Freitag, Juli 18th, 2025

Der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl hat die Kritik, die er am Sonntag in einer Predigt an Prof. Dr. Frauke Brosius-Gersdof geübt hatte, zurückgenommen. Er sei nicht richtig informiert gewesen. Frau Brosius-Gersdorf bestreitet nämlich das Lebensrecht ungeborener Kinder nirgends. Das war eine Kampagne. Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hatte Frau Brosius-Gersdorf in Schutz genommen (SZ 18.7.25).

5380: Claus Peymann ist tot.

Donnerstag, Juli 17th, 2025

Der berühmt-berüchtigte Regisseur und Theaterintendant Claus Peymann ist tot. Der 1937 in Bremen geborene Peymann hat das Theater in Stuttgart, Bochum, Wien und Berlin (Berliner Ensemble) umgestürzt und stark verbessert. Peymann war ein 68er und insofern ungeheuer politischer Mensch. Sein Autoritatismus traf auf Anerkennung. Berüchtigt sind seine Thomas Bernhard-Inszenierungen. Ich habe den „Heldenplatz“ 1988 in Wien gesehen. In Berlin las Peymann im Berliner Ensemble Gedichte vor.

5379: Anita Lasker-Walfisch 100

Donnerstag, Juli 17th, 2025

In London feiert Anita Lasker-Walfisch ihren 100. Geburtstag. Mit 18 Jahren hatte sie im „Mädchenorchester“ in Auschwitz das Cello gespielt und deswegen überlebt. Nach 1945 emigrierte sie nach Großbritannien, begründete dort das English Chamber Orchestra mit und gründete eine Familie. Nach Bergen-Belsen kehrte sie erst im Alter von über 70 Jahren zum ersten Mal zurück, sprach inzwischen im Bundestag.

5378: Georg-Büchner-Preis an Ursula Krechel

Mittwoch, Juli 16th, 2025

Der Georg-Büchner-Preis, der wichtigste deutsche Literaturpreis, geht in diesem Jahr an Ursula Krechel. Die in Berlin lebende Schriftstellerin ist ungeheuer produktiv, Dramatikerin, Lyrikerin, Essayistin, Romanautorin. Gerade ist von ihr erschienen „Sehr geehrte Frau Ministerin“. Krechels Hauptthema ist der Nationalsozialismus mit Exil, Emigration und Rückkehr. Sie recherchiert sehr akribisch. Deswegen sind ihre Publikationen auch nicht leicht zu konsumieren. Von ihr sind drei zentrale Romane erschienen; „Shanghai fern von wo“ (2008), „Landgericht“ (2012) und „Geisterbahn“ (2018). Ursula Krechel ist eine feministische Autorin, die ihren Lesern einiges zumutet. Ihr Vorlass (Manuskripte, Materialsammlungen, Briefwechsel) liegt bereits bei der Berliner Akademie der Künste. Ihr größter Erfolg war „Landgericht“ (2012), in dem die Geschichte von dem jüdischen Richter Richard Kornitzer erzählt wird, der 1947 nach Deutschland zurückkehrt und hier von den Daheimgebliebenen restlos geschnitten wird. Das sagt alles (Marie Schmidt, SZ 16.7.25).

5377: Kulturkampf in Deutschland

Mittwoch, Juli 16th, 2025

Wie sehr unsere Gesellschaft heute polarisiert ist, können wir an Themen wie Abtreibung, TransMenschen, Klima, Impfpflicht, Migration erkennen. Es herrscht ein regelrechter Kulturkampf. Mit der misslungenen Wahl von drei Bundesverfassungsrichtern im Bundestag haben wir nach der zunächst gescheiterten Kanzlerwahl zum zweiten Mal eine Krise. Und das Problem sind die CDU und die CSU. Ihr Fraktionsvorsitzender hat die Fraktion nicht in der Hand, und Markus Söder stänkert permanent aus Bayern. Das nimmt keine gutes Ende. Inzwischen ist klar, dass die Aktion gegen die von der SPD vorgeschlagene Kandidatin Prof. Dr. Frauke Brosius-Gersdorf eine Schmutzkampagne mit Falschbehauptungen ist.

Aber wer steckt de facto dahinter? Die AfD? Oder doch Kreise aus der Union?

Die grünen Fraktionsvorsitzenden Katharina Dröge und Britta Haßelmann fordern zu Recht eine schnelle Sondersitzung des Bundestags. Die Angelegenheit darf nicht auf die lange Bank geschoben werden. Wir halten an Frauke Brosius-Gersdorf fest.

 

5376: Das Bundesverfassungsgericht muss unabhängig sein.

Dienstag, Juli 15th, 2025

Kein Mensch ist vollkommen neutral. Das können wir auch von Verfassungsrichterinnen und -richtern nicht verlangen. Und wir hatten ja schon hervorragende Richter, die keineswegs neutral waren, aber unabhängig. Susanne Baer als Linke, Paul Kirchhof als Konservativen und Hans-Jürgen Papier als Wirtschaftsliberalen. Sie haben sehr gut für das Verfassungsgericht gearbeitet. Das Gericht darf nur nicht der Politik hörig sein. Eine „Politisierung“ wie in den USA kommt bei uns nicht in Frage. Die jetzt von der Union in Frage gestellte Kandidatin Prof. Dr. Frauke Brosius-Gersdorf hatte im letzten Jahr gerade Ministerin Nancy Faeser (SPD) scharf kritisiert (Ronen Steinke, SZ 15.7.25).