4085: Überfischung im Nordostatlantik

Makrele, Hering und Blauer Wittling sind im Nordatlantik die wirtschaftlich wertvollsten Hochseefische. Wie Recherchen zeigen (E. Brandstätter, D. Drepper, A. Pedroni, R.W. Poulsen, SZ 27.10.22), droht ihnen seit Jahren die Überfischung. Die Küstenstaaten einigen sich bisher jedes Jahr bei der North East Atlantiv Fishery Commission (NEAFC) über die Fangquoten. Grundlage dafür ist das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UN) von 1982.

Streit gibt es regelmäßig bei der Aufteilung der Quote. Alle Anrainer-Staaten fangen zusammen viel zu viele Fische. Letztlich entscheidet konkret jeder Staat alleine. Selbst Russland, das keine eigene Küstenlinie im Nordatlantik hat, nimmt traditionell an den Verhandlungen teil. Wegen des Ukraine-Kriegs dieses Jahr nicht. Als im vergangenen Jahr Großbritannien, Norwegen und die EU über die Fangquoten verhandelten, stammten 40 der 75 teilnehmende EU-Vertreter aus der Fischindustrie, 3 kamen von NGOs und 30 von einzelnen Staaten. Die EU hat es schwer, weil sie durch den Brexit einen Großteil ihrer Küstengewässer verloren hat. Die Kabeljau-Bestände im Nordatlantik sind bereits zusammengebrochen.

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