Es kann keine Frage sein, dass die Integration von Flüchtlingen stets eine große Herausforderung für die aufnehmende Gesellschaft ist, ein Risiko. Insbesondere gilt das für die Flüchtlingswelle 2015, in der die Bundeskanzlerin mit dem Satz hervortrat: „Wir schaffen das!“ Das war gewagt. Dem verdanken wir die hohen Stimmanteile der AfD. Tatsächlich möchten viele Menschen gar nicht, dass die Integration von Flüchtlingen funktioniert. Tatsächlich aber ist es weithin so.
Vier von zehn Flüchtlingen sind beschäftigt oder in Ausbildung. Manche von ihnen warteten lange auf ihre Asylentscheidung und durften anfangs nicht arbeiten. Ihre Integration klappt besser als in den neunziger Jahren bei den Zuwanderern aus dem ehemaligen Jugoslawien. Daran haben Firmen, Flüchtlingshelfer und deutsche Behörden ihren Anteil. Und das, obwohl Syrer, Iraker und Afghanen selten jene formalen Abschlüsse mitbringen, die in Deutschland üblich sind. Der Erfolg rührt her auch von dem langen deutschen Boom, mit dem es nun wohl bald vorbei ist.
Wir müssen weiterhin konzentriert am Integrationserfolg arbeiten. In den letzten dreißig Jahren war er gegeben trotz
Wiedervereinigung, Globalisierung, EU-Erweiterung, Digitalisierung, Euro- und Finanzkrise.
Künftig wird er schwerer zu erreichen sein. Den Deutschen wird noch manches abverlangt (Alexander Hagelüken, SZ 5.9.19).