Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, ein parteiloser, aber stockkonservativer Politiker, hat drei linke Buchhandlungen von der Verleihung des deutschen Buchhandelspreises ausgeschlossen und den Verfassungsschutz eingeschaltet. Eine in Berlin, eine in Bremen und eine in Göttingen („Rote Straße“). Das ist rechtlich zumindestens fragwürdig. Zumal die Buchhandlungen früher schon ausgezeichnet worden sind. Von einer unabhängigen Jury. Dazu sollten wir uns vor Augen führen, dass in Deutschland die Meinungs- und Kunstfreiheit herrschen. Auch übrigens für den Verfassungsschutz. Illegal ist das Vorgehen des Staatsministers möglicherweise nicht, aber unklug. Man darf in Deutschland Marxistin sein und frei linke Literatur lesen (SZ 6.3.26).