3734: Jörg Meuthen als Kronzeuge gegen die AfD

Bei seinem Austritt aus der AfD bescheinigte Jörg Meuthen der Partei „totalitäre Anklänge“. Er wurde zum Kronzeugen gegen die eigenen Leute. Nun hat der Verfassungsschutz mehr Grund, die ganze Partei als rechtsextremen Verdachtsfall zu führen. Das Gutachten über die AfD war kurz zuvor von Bundesinnenminister Seehofer noch abgemildert worden. Nun ist eine härtere Gangart angesagt. Meuthens Inszenierung ist trotzdem unglaubwürdig, weil er selbst es ja war, der lange Zeit mit Rechtsextremisten in der Partei paktiert hat. Wie seine Vorgänger Bernd Lucke und Frauke Petry hat er sie viel zu spät bekämpft. Meuthen hat in Brandenburg zwar Andreas Kalbitz aus der Partei gedrängt, dessen Einfluss aber blieb. Die AfD kriselt. Auch weil sie viele Beamte als Mitglieder hat. Die sind zur Verfassungstreue verpflichtet und dürften in größerer Zahl die Partei verlassen. Geblieben ist die relativ unerschütterlich erscheinende Kernwählerschaft der Partei, Verfassungsfeinde, Gegner der Bundesrepublik Deutschland, Verächter der Menschenrechte (Markus Balser, SZ 31.1.22).

Comments are closed.