ARD, ZDF und Deutschlandrdio haben seit längerem einen Zukunftsrat eingerichtet, um die Krise des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu überwinden. Deren Sprecher sind Julia Jäkel, die Ex-Chefin von Gruner & Jahr, und Roger de Weck, der Ex-Chef des Schweizerischen Fernsehens. Anscheinend werden ihre Vorschläge ihnen nicht weit genug umgesetzt. Ich führe hier deren weiter bestehenden Kritikpunkte auf:
1. Wir brauchen weniger Sender, weniger Sendungen, weniger Studios, weniger Gehälter.
2. Besonders wichtig sind Reformen in den Verwaltungen und im technischen Apparat.
3. Die ARD leidet darunter, dass sie keine schlagkräftige Leitung hat.
4. Noch nicht einmal die „Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs des öffentlichen Rundfunks“ kann valide Angaben über die Kosten von Rundfunkorchestern machen.
5. Die finanzielle Überprüfung muss verstärkt werden.
6. Wir brauchen mehr „organisierte Regionalitä“.
7. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk darf nicht noch werbeabhängiger werden.
8. Die Programme müssen sich mehr unterscheiden.
9. Weniger Wiederholungen !
10. Die geplanten Verbesserungen müssen bis 2030 angegangen werden; sonst ist es zu spät.
(Interview von Claudia Tieschky mit Julia Jäkel und Roger de Weck, SZ 8./9.6.24)