2866: Was Deutschland in Europa tun muss

Marcel Fratzscher ist Direktor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und lehrt Makroökonomie an der Humboldt-Universität Berlin. Er macht Vorschläge, was Deutschland in Europa ökonomisch tun muss (taz 23./24.5.20). Ich fasse seine Argumente in 10 Punkten zusammen:

1. Nach der Wiedervereinigung, der EU-Osterweiterung, der Umsetzung der Wirtschafts- und Währungsunion schien Europa auf gutem Wege. Dem machte die globale Finanzkrise 2008 ein Ende.

2. Sie führte zu einer tiefen Nord-Süd-Spaltung. Dem folgte die Flüchtlingskrise 2015 und das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU 2020.

3. Auf Grund der Spaltung Europas sind viele Bürger skeptisch gegenüber den europäischen Institutionen, manche sogar feindselig gegenüber ihren Nachbarn.

4. Nationalismus und Protektionismus greifen um sich.

5. Deutschland hat bei der Energie-, Klima- und Flüchtlingspolitik Alleingänge unternommen.

6. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank (EZB) befördert eine nationale Geldpolitik.

7. Der Vorschlag Frankreichs und Deutschlands für einen 500 Milliarden Euro schweren europäischen Aufbaufonds geht in die richtige Richtung.

8. Die Hälfte der deutschen Wirtschaftsleistung sind Exporte. Die Hälfte der Exporte gehen in die Länder Europas.

9. Auch infolgedessen kann Deutschland den Wettbewerb mit China und den USA nicht allein bestehen, sondern braucht die Hilfe seiner europäischen Nachbarn.

10. Der Erfolg der deutschen Wirtschaft hängt von offenen Grenzen, fairem Wettbewerb und robuster Globalisierung ab.

 

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