2705: Großbritannien gehört leider nicht mehr zur EU.

Großbritannien gehört leider nicht mehr zur EU. Das hat negative Folgen für das United Kingdom sowohl als auch für die EU. Vor allem wirtschaftliche. Es könnte aber auch das Ende der EU eingeläutet sein. Dann könnten wir China, Russland und die USA nicht mehr bändigen.

Eine Analyse des US-Außenministers Dean Acheson hatte 1962 ergeben, die Briten hätten „ein Empire verloren, aber noch keine neue Rolle gefunden“. „.. viel ist faul im Staat der Briten. Sie sind fast vier Jahre lang nicht mehr ordentlich regiert worden, während der Brexit-Bürgerkrieg tobte, und dem Zustand des Landes sieht man es an, die Vernachlässigung der heimischen Agenda hat sich auf vielen Feldern krisenhaft zugespitzt. An der Bewältigung dieser Aufgaben wird der Bürger ablesen können, was die viel beschworene Souveränität ihm bringt.“ (Thomas Kielinger, Die Welt 1.2.20)

Was wird aus Nordirland? Schottland strebt wieder in die EU. Europa braucht die britischen Atomwaffen. Hoffentlich nehmen der Nationalismus und die Fremdenfeindlichkeit nicht noch zu! Wenn keine polnischen und rumänischen Arbeiter mehr ins Land kommen, bricht die Wirtschaft an einigen Stellen ein, z.B. in der Landwirtschaft.

Ein Berater des britischen Verteidigungsministeriums schrieb schon 1949: „Wir haben von uns selbst das Bild einer Großmacht, die nur zeitweilig durch ökonomische Schwierigkeiten gehandicapt ist. Wir sind aber keine Großmacht mehr und werden niemals wieder eine sein. Wir sind eine große Nation, aber wenn wir uns weiter wie eine Großmacht aufführen, werden wir bald aufhören, auch eine große Nation zu sein.“

Trotzdem ist jetzt nicht die Zeit für Hass und Streit. Englisch bleibt die lingua franca auf dem Globus. Wir brauchen auch bei uns etwas von der britischen Selbstironie. In der Literatur bleiben William Shakespeare und Harry Potter, in der Musik die Beatles und die Rolling Stones. Dann können unsere künftigen Handelsbeziehungen zu Großbritannien auch manches Produktive und Weiterführende enthalten.

Ich erinnere daran, dass Großbritannien schon sehr früh Kodifizierungen persönlicher Freiheits- und Menschenrechte kannte, als anderswo noch der Untertanengeist herrschte: Magna Charta Libertatum 1215, Entstehung des Parlaments im 14. Jahrhundert, Petition of Rights 1628, Habeas Corpus Akte 1679, Bill of Rights 1689. Viel davon ist in die US-amerikanische Verfassung (1776) eingeflossen, die wir heute noch weltweit dringend zur Regelung menschlicher und staatlicher Beziehungen brauchen.

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