2238: Houellebecqs falsche Analyse

Das ganze reaktionäre Zeug stand schon in den Romanen Michel Houellebecqs. Nun lobt er in „Harper’s Magazine“ Donald Trump. Das zeigt uns wieder, dass Schriftsteller nicht die besseren politischen Analysten sind, sondern Schriftsteller. Wahrscheinlich ist das Ganze zustande gekommen als PR für den neuen Houellebecq-Roman. Houellebecq lobt Trumps Umgang mit den Menschenrechten und seinen Nationalismus. Nebenbei erledigt er auch die EU, die keine gemeinsamen Werte, gemeinsamen Interessen und keine gemeinsame Sprache habe. Schon gar nicht mit den USA.

Trump ist für den französischen Schriftsteller der Held des Übergangs. Von der Globalisierung und dem Freihandel zurück zur nationalistischen Kultur. Für ihn ist die Aufklärung ein Irrtum. Houellebecq bedauert das Kirchenschisma von 1054, er bewundert den orthodoxen Glauben und den Schriftsteller Fjodor Dostojewski. Bei Houellebecq ist der Mensch für die Freiheit nicht geschaffen. Er will große Reiche, große Nationen und große Herrscher. Und zu Weihnachten hat sich Houellebecq einen Jesus in Ketten gewünscht (Thomas Assheuer, Die Zeit 19.12.18).

Houellebecq hat politisch einen Knall.

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