Der bekannte Soziologe Peter L. Berger (1929-2017) ist gestorben. Der in Wien Geborene floh mit seinen Eltern vor den Nazis nach Palästina. Seit 1946 studierte er in den USA und machte als Wissenschaftler Karriere. Gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Luckmann hatte er den „Sozialkonstruktivismus“ begründet. In dem Buch „Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“ (1969). Darin sind zentrale Erkenntnisse verarbeitet.
Hauptsächlich der Dreischritt: EXTERNALISIERUNG – OBJEKTIVATION – INTERNALISIERUNG !
Wir bringen die Welt selbst hervor, konstruieren sie. Dann tritt sie uns wie objektiv entgegen. Schließlich verinnerlichen wir sie.
„Verdinglichung ist die Auffassung von menschlichen Produkten, als wären sie etwas anderes als menschliche Produkte.“ (S. 95)
„Auch der moderne Atheist, der dem Tod durch den Glauben an Evolution oder Revolution Sinn verleiht, integriert ihn in ein wirklichkeitsumfassendes, symbolisches System.“ (S. 108)
„Eine Theorie wird als praktisch ‚überlegen‘ demonstriert, nicht wegen ihrer inneren Qualitäten, sondern wegen ihrer Verwendbarkeit für die gesellschaftlichen Interessen ihrer Trägergruppe.“ (S. 129)
„Da man leichter etwas erfindet, was sich nie ereignet hat, als etwas vergisst, das sich ereignet hat, fabriziert man Ereignisse und fügt sie ein, wo immer sie gebraucht werden, um Erinnerung und neue Wirklichkeit aufeinander abzustimmen.“ (S. 171)
„Wie englische Verfassungsrichter erklärt haben, kann das Parlament alles erreichen, außer dass Männer Kinder zur Welt bringen.“ (S. 192)