Roland Borgards ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Frankfurt am Main. Er hat einen offenen Brief auf den Weg gebracht, in dem die
Präsenzlehre gegen digitale Herausforderungen
verteidigt wird. Inzwischen haben nicht nur Geisteswissenschaftler unterzeichnet, sondern auch Mathematiker, Juristen, Physiker. In einem Interview mit Anna-Lena Scholz („Die Zeit, 10.6.20) sagt Borgards:
„Die Corona-Krise wird auch für die Unis finanzielle Auswirkungen haben. Wir werden Debatten führen, was man einsparen kann. Und in digitaler Lehre steckt viel Sparpotential: Man braucht weniger Räume, weniger Lehrende. Wir brauchen aber mehr Räume, mehr Personal.
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Ich brauche zum Unterrichten eine Tafel im Raum. Zudem sind wir gar nicht dagegen, digitale Lehrformate weiterzuentwickeln, wir stecken ja mittendrin. Wir sollten aber nicht vergessen, welch grundlegenden Wert für uns die gemeinsame Anwesenheit hat. Die Universität ist angewiesen auf Präsenz.“