Der ADAC vertritt 21 Millionen Mitglieder. Er ist die stärkste Interessenvertretung von Autofahrern in Deutschland. Seit langem hat er die Vorstöße für ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen abgelehnt. Nun ändert er seine Position vor dem 58. Verkehrsgerichtstag in Goslar. Er ist nicht mehr grundsätzlich gegen ein Tempolimit, weil seine Mitglieder dazu etwa fifty-fifty stehen. Der ADAC fordert eine Versachlichung der Diskussion und spricht sich für eine umfassende Studie aus. „Diese würde eine belastbare Entscheidungsgrundlage liefern.“ Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass durch ein Tempolimit die Zahl der Verkehrsunfälle zurückgehe und der CO 2-Ausstoß verringert werde.
Der Autoherstellerverband VDA lehnt ein Tempolimit ab.
Deutschland ist das einzige Land in der EU, in dem kein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen gilt. Überall sonst gibt es Begrenzungen zwischen 120 und 130 km/h. Als bei einem Test 2012 auf einem 63 km langen Abschnitt in Brandenburg das Höchsttempo 130 km/h eingeführt wurde, sank dort die Anzahl der Unfälle und Verletzten um 50 Prozent. Für ein Tempolimit von 130 km/h sind die SPD, ihre Umweltministerin Svenja Schulze, Umweltorganisationen und die Polizeigewerkschaften (Markus Balser, SZ 25./26.1.20).
Dazu schrieb der Chefredakteur der „Welt“ und Porschefahrer Ulf Poschardt: „Der Verrat des ADAC.“ (Welt 25.1.20)