Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat eine „Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt“ gestartet. Mit 200 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre. Mehr wäre wahrscheinlich besser. Denn Geschwindigkeit und Umfang des Artenverlustes sind außergewöhnlich. Die Zahl der Fluginsekten hat in den letzten Jahrzehnten um 75 Prozent abgenommen. Vom Wiedehopf leben in Deutschland nur noch 400 Brutpaare. Jede dritte heimische Wildpflanze ist vom Aussterben bedroht. Aus Sicht des Karliczek-Ministeriums gibt es „einen dringlichen Bedarf von wissenschaftlich untermauerten Handlungsoptionen, um eine Trendwende beim anhaltenden Artenverlust einzuleiten“.
In den Blick genommen werden sollen auch solche Verhaltensfelder wie Konsum, Ernährung und Wohnen. Sind Insektizide und andere Agrochemikalien der modernen Landwirtschaft der zentrale
„Bienenkiller“?
Oder wiegt der Verlust an Lebensräumen durch Baugebiete und neue Straßen schwerer? Geplant ist auch die „Erarbeitung von Lösungskonzepten in Modellregionen unter Einbindung lokaler Akteure“.
Das wird ein sehr harter Kampf mit den Lobbyisten des „Status quo“.