Joseph Ratzinger, der ehemalige Papst Benedikt XVI., hat in einem mehrseitigen Beitrag im „Klerusblatt“ erklärt, dass die 68er für die unzähligen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche verantwortlich seien.
Als ich das zum ersten Mal aufgenommen hatte, fragte ich mich für einen kurzen Moment, in welchem Komödienstadel ich hier gelandet war. Dann wurde mir klar, dass es um die zahlreichen sexuellen Schändungen von Menschen in der katholischen Kirche ging und dass zum Humor kein Anlass bestand.
In seinem Aufsatz „Die Kirche und der Skandal des sexuellen Missbrauchs“ behauptet Ratzinger, dass die 68er Pädophilie für erlaubt erklärt hätten. In ihrer Amtszeit von 1969 bis 1972 hätte Bundesgesundheitsministerin Käthe Strobel (SPD) Aufklärungsfilme herstellen lassen. Darin sei „alles“ gezeigt worden. Dadurch hätten Teile der katholischen Kirche ein „neues, radikal offenes Verhältnis zur Welt“ gewollt. Und in Priesterseminaren seien Pornofilme gezeigt worden, um so die Widerstandsfähigkeit gegen „glaubenswidriges Verhalten“ zu stärken. Dort hätten sich „homosexuelle Klubs“ gebildet.
Einmal abgesehen davon, dass hier wieder Homosexuelle diffamiert werden, bitte ich die katholische Kirche darum, diesen Greis gut zu versorgen und ihn davon abzuhalten, sich öffentlich zu äußern.
Katholiken sind so nicht.
Im März hatte ein Gericht in Melbourne (Australien) den australischen Kurienkardinal George Pell wegen sexuellen Übergriffen auf zwei Chorknaben zu sechs Jahren Haft verurteilt (epd, SZ 12.4.19).