Die Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hat angekündigt, sich aus der Führung der von ihr gegründeten Bewegung „Aufstehen“ zu verabschieden. „Die Parteipolitiker sollten sich zurücknehmen, das betrifft auch mich selbst. Sie waren mit ihren Erfahrungen anfangs notwendig. Aber jetzt ist es richtig, Verantwortung abzugeben.“ Frau Wagenknecht gab an, dass sie sehen müsse, welches Arbeitspensum von ihr zu schaffen sei. In den letzten beiden Monaten war sie krank. Die hochgebildete Politikerin, die politisch so schief gewickelt ist (W.S.), kann über Goethe schreiben, wie derzeit niemand sonst. Sie hatte sich anscheinend übernommen.
Wagenknecht gestand zwei Fehleinschätzungen ein. Einmal hätten Linke und SPD sich „eingemauert“. Andererseits hätte sie die Schwierigkeiten unterschätzt, auf rein ehrenamtlicher Basis solide Strukturen für viele Menschen zu schaffen und die dann auf die Straße zu bringen. An dem Ziel, Mehrheiten zu organisieren, die nun mal im Bundestag nicht gegeben seien, müsse die Bewegung festhalten.
Lydia Rosenfelder meint, dass Wagenknechts Rückzug ein Zeichen dafür sei, dass von „Aufstehen“ nichts mehr zu erwarten sei. Allerdings habe Wagenknechts krankheitsbedingtes Fehlen in der Linken-Fraktion zu großer Entspannung geführt (Lydia Rosenfelder, FAS 10.3.19). Wagenknecht betonte: „Unser Europaprogramm ist ein ausgewogener Kompromiss, mit dem ich leben kann. Wir kritisieren die Europäische Union, gleichzeitig wollen wir natürlich nicht zum Nationalismus in Europa zurück.“ (Ralph Bollmann, FAS 10.3.19)