2310: Caritas warnt Grüne.

Die Caritas-Führung warnt die Grünen, beim Klima- und Umweltschutz eine Politik nur für Besserverdienende zu verfolgen. Die Grünen hätten zu lange geglaubt, es reiche aus, sich mit neuen sozialen Bewegungen zu verbünden. „Sie gefielen sich in der Attitüde, modern zu sein, und haben deshalb die Zusammenarbeit mit den klassischen Institutionen wie

Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden oder Kirchen

vernachlässigt.“ Auch wenn sie nicht so sexy klängen, seien sie für nachhaltige Verbesserungen doch unverzichtbar. Gerade für ärmere Menschen seien die Herausforderungen durch den Klima- und Umweltschutz besonders hoch.

Die Caritas-Expertin Maria Welskop-Deffaa unterstreicht, dass sich Ärmere energieeffiziente, sparsame Geräte oft nicht leisten können. Sie will die Mittelschicht stärken und überall zur Tarifbindung zurückkehren. „Auch in Jobs, die nicht so großartig sind, sollen anständige Löhne gezahlt werden.“ Die Caritas lehnt Ge- und Verbote nicht grundsätzlich ab, verweist aber darauf, dass man in der individualisierten Welt der Gegenwart Gefahr laufe, das Gegenteil vom eigentlichen Ziel zu erreichen (Tempolimit auf Autobahnen, Veggie-Day) (Michael Bauchmüller, Stefan Braun, SZ 4.3.19).

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.