Seit 1945 standen die Linken theoretisch immer auf tönernen Füßen (KPD, SED, DKP, KPD-AO, KPD-ML, SDS, SHB usw.). Zumindest aber waren sie Globalisten: „Proletarier alles Länder, vereinigt euch.“ Die grundsätzlich falsche Europapolitik der Linken („militaristisch“, „neoliberal“, „undemokratisch“) nimmt den Kontinent wenigstens noch hauptsächlich in den Blick. Das ist angesichts der Migration mit Sara Wagenknecht (Die Linke) anders geworden. Sie setzt wie die AfD auf Nationalismus und Grenzregimes. Seither spielen sich Alexander Gauland (AfD) und Sara Wagenknecht (Die Linke) gegenseitig die Bälle zu.
Beinahe prophetisch hatte Jörg Aufermann in unserem Rundfunkbuch „Fernsehen und Hörfunk für die Demokratie“. Opladen. 2. Auflage. 1981, auf S. 364 bereits den österreichischen Dichter Ernst Jandl zitiert:
„manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern. werch ein illtum“.
Gauland und Wagenknecht haben eine neue „Klasse“ entdeckt. Sie sitzt in internationalen Konzernen, spricht Englisch und findet beim Jobwechsel überall die gleichen Privatschulen. Diese Klasse ist heimatlos und haltlos. Dagegen identifizieren Gauland und Wagenknecht die „einfachen Menschen“, die „den Buckel krumm machen“, die Opfer der Entwicklung. Wie Konrad Schuller (FAS 24.2.19) zeigt, trifft das so nicht zu: „Die früher einmal armen Länder Osteuropas sind immer reicher geworden, seit sie sich der Welt geöffnet haben. In Polen verdient man heute so gut, dass Millionen von Ukrainern einwandern. Aber auch Deutschland gewinnt. Ohne die günstigen Lieferteile aus Tschechien oder aus der Slowakei wären deutsche Volkswagen heute so teuer, dass kein Mensch sie kaufen würde.“