2295: Cas entscheidet über Frauensport.

Der internationale Sportgerichtshof Cas in Lausanne (Schweiz) entscheidet gerade über den Frauensport. Geklagt hat die südafrikanische Läuferin

Caster Semenya.

Sie hatte 2009 als 18-Jährige bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin den ersten Platz über 800 m belegt. Mit einer Zeit von 1:55, 45 Minuten. Semenya war zweimal Olympiasiegerin und drei Mal Weltmeisterin. Aufgefallen war sie durch eine klar erkennbare männliche Figur.

Die drei Richter des Cas müssen über die

Testosteron-Regel

entscheiden, welche der international Leichtathletikverband (IAAF) am 1. November 2018 einführen wollte. Danach sollten nur Frauen an internationalen Rennen zwischen 400 Metern und einer Meile (1609) teilnehmen, die nachweisen können, dass sie in den sechs vorangegangenen Monaten einen Grenzwert von 5 Nanomol körpereigenes Testosteron eingehalten haben. Dagegen hat Semenya geklagt, weil sie sich diskriminiert fühlt. Es geht also wohl um eine

„Lex Semenya“.

Es handelt sich hier also um genetisch bedingte Sonderfälle im Sport. 2011 hatte der IAAF nämlich eine Richtlinie zu weiblichem Hyperandrogenismus  verabschiedet. Darunter versteht man eine deutlich erhöhte Produktion von Androgenen, also von Sexualhormonen. In der Folge musste Semenya ihren Testosteronspiegel künstlich mit Medikamenten herunterpegeln. Ihre Leistungen sanken. Der Cas muss also feststellen, ob erhöhte Testosteronwerte tatsächlich zu besseren Leistungen führen. Am Ende wissen wir dann, ob der IAAF einen Testosterongrenzwert für Frauen einführen darf (Joachim Mölter, SZ 20.2.19).

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