„Der Protest im Hambacher Wald ist ein Symbol dafür, wie sehr sich die Zeiten geändert haben. Die Braunkohle ist eben nicht mehr der unverzichtbare Garant sicherer Energieversorgung, seit mehr erneuerbare Energien fließen – die obendrein immer besser gespeichert oder durch kleine flexible Gaskraftwerke ergänzt werden können. In Zeiten von Energiewende und Digitalisierung lässt sich kaum noch erklären, warum ganze Landstriche in den Dampfkesseln fossiler Kraftwerke verheizt werden sollen. Dass derzeit ausgerechnet Landesregierungen in den Braunkohleländern Brandenburg und NRW den Ökostromausbau bremsen, spricht Bände. Der Kampf im Hambacher Wald, er ist auch ein Kampf um die Energieversorgung der Zukunft.“
Die Bundesrepublik ist nach wie vor der größte Braunkohleförderer der Welt. Noch klimaschädlicher als hierzulande lässt sich der Strom kaum erzeugen. Tatsächlich kann sich der Bergbau- und Stromkonzern RWE auf rechtskräftige Zusagen berufen, die auch vor Gericht standhielten. Als das Hambacher Loch genehmigt wurde, gab es noch keinen Klimavertrag von Paris, kein Versprechen der Industriestaaten, „so bald wie möglich“ den Scheitelpunkt der globalen Emissionen zu erreichen.
Inzwischen stellen erneuerbare Energien 36 Prozent des deutschen Stroms.
„In den nächsten Jahren müssen Tagebaue aufgegeben oder verkleinert werden, in dem Maße, in dem erneuerbare Energien die Versorgung übernehmen. Die Bundesregierung will
2030 einen Ökostromanteil von 65 Prozent
erreichen. Das Ziel ist gut – begänne sie nur endlich, ernsthaft darauf hinzuarbeiten.“ (Michael Bauchmüller, SZ 14.9.18)