Der langjährige Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung und Gründer des Thinktanks „Zentrum Liberale Moderne“, Ralf Fücks, schreibt über den Informationskrieg des Kremls:
„Wir reden hier nicht von Kleinigkeiten. Twitter identifizierte Tausende von Fake-Accounts, hinter denen die Trollfabrik ‚Internet Research Agency‘ in St. Petersburg steckt. Dazu kamen 13.500 automatisierte Konten (Bots) ‚in Verbindung mit Russland‘. Auch Facebook wurde mit bezahlter Propaganda geflutet. Dieses Muster hatte sich schon in der Brexit-Kampagne bewährt. In Frankreich und Italien gab es ebenfalls Interventionen zugunsten des Front National und der Lega. Politische Allianzen mit rechtsradikalen Parteien, ökonomische Netzwerke und Meinungsmanipulation gehen Hand in Hand. Damit wir uns nicht missverstehen: Die Gründe für die antiliberale Revolte im Westen sind hausgemacht. Aber angesichts knapper Wahlergebnisse ist der Informationskrieg des Kremls ein massiver Angriff auf die demokratische Willensbildung. Er verstärkt die Polarisierung und das Misstrauen in die Institutionen.“ (taz 17.7.18)