Die zehn größten Verlagsgruppen in Deutschland haben ihren Anteil am Tageszeitungsmarkt von 2016 auf 2017 um 1,8 Prozent auf 61,6 Prozent erhöht. Das zeigt die neueste Untersuchung des Formatt Instituts von Horst Röper. Er sieht die Branche von einer „neuen Welle“ erfasst. Es werde viel über Kooperationen und Fusionen verhandelt.
Insbesondere im Lokalen nehme die Vielfalt ab.
Nutznießer seien fast ausschließlich die auflagenstärksten Verlagsgruppen, die mit Zukäufen Synergien erzeugten und Stückkosten senkten.
Verantwortlich für diese Entwicklung sind Auflagenrückgänge und gesunkene Werbeeinnahmen bei Tageszeitungen. Sie erreichen 2016 nur gut 40 Prozent ihres Umsatzes von 1999, dem letzten Jahr einer bis dahin von anhaltenden Zuwächsen bestimmten Entwicklung. Diese Verluste konnten die Verlage nur zum Teil durch Steigerungen der Vertriebserlöse ausgleichen.
Dadurch werden in Deutschland die
Meinungsfreiheit, die Informationsfreiheit und die Pressefreiheit
gefährdet. Insbesondere im Hinblick auf lokale Informationen ist das besorgniserregend. Die Digitalausgaben der Zeitungen verzeichnen einen gebremsten Aufwärtsttrend. Diese digitalen Angebote nennt Horst Röper „niedrigschwellig“. Sie würden den Verlagen mit geringen Bezugspreisen auch zur Gewinnung von Neukunden dienen (DADE, SZ 14.6.18).