2010: Ein Italien funktioniert, das andere nicht.

Winand von Petersdorff hat für die FAS (3.6.18) den in Harvard lehrenden italienischen Ökonomen Alberto Alesina zu den Problemen Italiens befragt:

FAS: Was sind Italiens wahre Probleme?

Alesina: Kurzfristig sind das die hohen Schulden. Das Land türmt seit den sechziger Jahren Schulden auf und hat selbst in Wachstumsphasen damit nicht aufgehört. Dazu kommt, dass die Bevölkerung vergreist und der Anteil der Arbeitnehmer an der Bevölkerung schrumpft. Teile der Exportwirtschaft haben sich nach der Einführung des Euros ziemlich gut geschlagen, andere Sektoren nicht. Italiens Firmen sind oft zu klein für den internationalen Wettbewerb, dazu kommen die Probleme im Süden des Landes. Es gibt ein Italien, das funktioniert, und ein Italien, das nicht funktioniert. Im Vergleich zu diesen Schwierigkeiten sind die Wirkungen der Austeritätspolitik gering. Trotzdem sollten sich die Deutschen lieber zurückhalten.

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