Nur noch 18 Prozent der Westeuropäer praktizieren ihr Christentum. 46 Prozent betrachten sich als Christen. Als religions- oder kofessionslos bezeichnen sich 24 Prozent. Das ergab eine Studie des PEW Research Center, bei der 25.000 Menschen aus 15 Ländern von Finnland bis Portugal befragt worden sind. Die regionalen Unterschiede sind groß: 83 der Portugiesen und 80 Prozent der Italiener sehen sich als Christen. Aber nur 41 Prozent der Niederländer.
In signifikanter Weise neigen Christen weit eher als Konfessionslose zu der Aussage, dass der Islam nicht mit den Werten des Staates vereinbar sei, und befürworten, dass die Einwanderung verringert werden müsse. Das ist für Kirchenvertreter nicht leicht, die ganz überwiegend für Toleranz gegenüber Andersgläubigen werben. In Österreich sind 61 Prozent der praktizierenden und 45 Prozent der nicht praktizierenden Christen skeptisch gegenüber dem Islam. In Deutschland sind das 55 der praktizierenden und 45 Prozent der nicht praktizierenden Christen.
Überraschend offen sind Westeuropas Christen, was die Ehe für alle und die Abtreibung angeht: 52 Prozent der praktizierenden und 85 Prozent der passiven Christen finden, es müsse legale Abtreibungsmöglichkeiten geben (Deutschland: 54 und 84 Prozent). 58 Prozent der engagierten und 80 Prozent der nicht praktizierenden Christen sind dafür, dass Lesben und Schwule heiraten dürfen (SZ 30./31.5.18).