Viele Fachleute halten Franz Kafka (1883-1924) für den größten deutschen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Reiner Stach, 67, hat 18 Jahre an seiner dreibändigen Kafka-Biografie gearbeitet und darf als der beste Kafka-Kenner gelten. Er wird von Harald Freiberger und Verena Mayer in der SZ-Reihe (11.5.18) interviewt, in der „über Geld geredet“ wird.
SZ: Konnte Kafka mit Geld umgehen?
Stach: Er hatte ein paradoxes Verhältnis zum Geld, er war zugleich geizig und großzügig. Er bot einer Frau an, sie zu ernähren, als er sie noch kaum kannte. Wenn er aber das Gefühl hatte, er sei verpflichtet, etwas zu geben, bekam er schlechte Laune. Einmal wollte er von einer Bettlerin Wechselgeld.