Den Verhandlerinnen und Verhandlern von CDU, CSU und SPD bei den Sondierungsgesprächen zur Bildung einer neuen Bundesregierung wünsche ich eine politisch gute Hand. Denn wir können nun nicht mehr lange darauf warten, bis wir eine handlungsfähige Regierung haben. Ende März 2018 muss sie stehen. Ich erspare mir hier eine Aufzählung von allen hochwichtigen Politikfeldern, auf denen Entscheidungen gefällt werden müssen. Allein die ausgestreckte Hand von Emmanuel Macron und die unberechenbar irrlichternde Politik von Donald Trump erfordern baldige vollständige Antworten.
Allerdings dürfen die Verabredungen nicht zu kurz gelten, sondern müssen zukunftsweisend sein. Und die CDU muss an die
Zeit nach Angela Merkel
denken. Dazu scheint jetzt nicht der richtige Zeitpunkt zu sein. Aber der Eindruck von mangelnder Entschlossenheit, fehlender inhaltlicher Führung und mürrischem Vor-sich-hin-Wurschteln darf nicht weiterbestehen. Vielleicht kommt ein Wechsel im Kanzleramt nach zwei Jahren (2020) in Frage.
Ich möchte der CDU einen Vorschlag machen: die geeignete Kandidatin für die Nachfolge von Angela Merkel ist
Annegret Kramp-Karrenbauer.
Die 55-jährige saarländische Ministerpräsidentin regiert in der dritten Wahlperiode. Sie hat 2017 die erste der drei Landtagswahlen gewonnen, die die SPD verloren hat, gerade als Martin Schulz seinen Siegeszug starten wollte. Die Juristin und Politikwissenschaftlerin wird eher dem Sozial- als dem Wirtschaftsflügel der CDU zugerechnet. Sie sollte Ministerin in Berlin werden. Die Mutter von drei Kindern führt bei den Sondierungen die Verhandlungen in zwei der 14 Themen für die CDU: Familien/Frauen/Kinder/Jugend und Soziales/Gesundheit/Rente/Pflege. Sie sind nicht gerade unwichtig!