Nach dem Scheitern der Sondierungsgespräche für Jamaika ist in Deutschland eine grundsätzlich neue Lage eingetreten. Das führt dazu, dass bisher eingenommene Positionen zu bedenken und ggf. zu verändern sind. Das trifft zuerst die SPD, die möglicherweise nicht mehr an ihrer Entscheidung für die Opposition festhalten kann, die zunächst völlig schlüssig war. Welche Lösungen gibt es und welche davon ist das geringste Übel?
1. Neuwahlen. Sie kommen nicht in Frage; denn wir wählen ja nicht so lange, bis eine uns günstig erscheinende Konstellation erreicht ist.
2. Minderheitsregierung. Das ist keine gute Lösung. Denn sie bedeutet regieren mit wechselnden, teils zufälligen Mehrheiten. Am Ende werden noch die Stimmen der Linken und der AfD benötigt.
3. Große Koalition. Sie ist das geringste Übel. Die SPD hat bisher gut mit regiert. Vielleicht kommt die Groko zahlenmäßig das letzte Mal in Frage. Leider ist hier eine Regierungsbeteiligung der Grünen ausgeschlossen, die eigentlich zur Erreichung ökologischer Mindestziele gebraucht werden. Notfalls muss die Groko ohne den SPD-Vorsitzenden Martin Schulz gebildet werden.