Bei keinem anderen Thema geraten Ausländerfeinde, Migrationsgegner und Nationalisten so in Rage wie bei Sexualdelikten von ausländischen Männern. Nirgends ist die Wahrnehmung von Migranten so hasserfüllt und hetzerisch wie hier. Ja, im Grunde wünscht sich diese Gruppe nichts sehnlicher als Sexualdelikte von Zuwanderern, weil damit ihre Vorurteile bestätigt werden. Pervers!
Da hatte in der letzten Woche der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf Geheiß von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) neue Zahlen zu dem Deliktsfeld vorgelegt. Die Zahl der Vergewaltigungen sei im ersten Halbjahr 2017 um 48 Prozent auf 685 gestiegen. Bei Taten, die Zuwanderern zugerechnet würden, sei die Zahl sogar um 91 Prozent auf 126 geklettert.
Das ist schlimm genug. Allerdings lag der
Hauptgrund
für die Zunahme in Veränderungen im Strafrecht vom 10. November 2016. Auf einer Pressekonferenz in dieser Woche musste Minister Herrmann zugeben, dass darin seit der Gesetzesänderung auch sexuelle Nötigungen enthalten sind. Die Zahl der „überfallartigen Vergewaltigungen“ sei nur von 68 auf 71 gestiegen und damit nicht einmal um fünf (5) statt um fast 50 Prozent. Bei tatverdächtigen Zuwanderern wuchs die Zahl von neun (9) auf 17. Zudem sei die erhöhte Bereitschaft, Sexualdelikte zur Anzeige zu bringen, mit dafür verantwortlich, dass die Zahlen gestiegen seien.
Nach der Meinung mancher CSU-Abgeordneter ist die versuchte Warnung vor der Zunahme der Sexualdelikte fehlgeschlagen. „Der Schuss ging nach hinten los.“ Er spielt der AfD in die Hände (Wolfgang Wittl, SZ 21.9.17).
Hat sich damit Joachim Herrmann (CSU) für das Amt des Bundesinnenministers qualifiziert? „Einem Minister darf das nicht passieren – schon gar nicht bei einem solch sensiblen Thema und noch dazu wenige Tage vor der Bundestagswahl.“ (Sebastian Beck, SZ 22.9.17)
In dieser Lage befindet sich der geneigte Zeitgenosse: Spricht er nach der Silvesternacht von Köln 2015 über die Verantwortung der ausländischen, muslimischen Gruppentäter, gilt er bei den Feministinnen als „Rassist“. Warnt er vor der Übertreibung bei der Darstellung von Sexualdelikten durch Ausländer, muss er damit rechnen, als „vaterlandsloser Geselle“ und verantwortungslos abgestempelt zu werden.
Ja, wie hätte ich’s denn gerne?