1009: Umweltschutz gegen Klimaschutz

Wer im Zuge der Energiewende sein Geld mit Wind, Sonne und Biogas verdienen will und entsprechend investiert (Energie-Kapital), gerät zunehmend in Widerspruch zum Umweltschutz. Das zeigen die Auseinandersetzungen im Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). „Ganz neue Fronten tun sich auf: Klimaschützer gegen Landschaftsschützer. Junge, global denkende Umweltaktivisten gegen regional verwurzelte Naturfreunde alten Schlags. Städter, die sich mittels Ökostromtarif ein grünes Gewissen kaufen, gegen Landbewohner, die sich von Windparks umzingelt sehen.“

Der BUND-Mitbegründer Enoch zu Guttenberg hat seinen Verband vor drei Jahren aus Protest gegen die Förderung der Windkraft verlassen. Da geht es um „Schreddern“ von Vögeln, Zugvogelkorridore und Fledermausarten. Artenschützer neuer und alter Art (vor 1945) kämpfen energisch und systematisch gegen die Windkraftlobby. Dazu der BUND-Landesvorsitzende von Rheinland-Pfalz Holger Schindler: „Wenn wir unterwandert sind, dann von Antiwindkraftinitiativen, die den Artenschutz nur als Vehikel nutzen, um ganz andere, rein egoistische Interessen durchzusetzen.“ (Georg Etscheid, Die Zeit 6.8.15)

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