Mit Hannelore Hoger ist uns eine Schauspielerin gestorben, welche die Provinz hinter sich gelassen hatte und uns die Welt zeigte. Einmalig. Geboren 1942 in Hamburg studierte sie dort Schauspiel. Ihr Vater war Inspizient am Ohnesorg-Theater. Hoger war dann an Theatern in Ulm, Bremen, Stuttgart, Köln und Berlin. Stets zeigte sie mehr, als in ihre Rollen eingeschrieben war. Das machte der Intellekt. 1960 schaffte sie in Brendan Behans „Die Geisel“ den Durchbruch. Dann kam ihre Affäre mit Alexander Kluge. „Die Artisten in der Zirkuskuppel ratlos“ (1968), „Die Patriotin“ (1979). Kluge nahm sie mit zu Adorno. 1984 besetzte sie Hans-Christoph Blumenberg in „Tausend Augen“. 1992 war sie in die „Zweite Heimat“ von Edgar Reitz zu sehen. Dann kamen 38 Folgen „Bella Block“ von 1993 bis 2018. Eine Person der Emanzipation. Wir vergessen sie nicht (Bert Rebhandl, FAZ 28.12.24).