Der Armutsbericht des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands (DPWV) spricht von 13,8 Millionen Armen in Deutschland. Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider sieht einen „Armutsrekord“. Das sehen Wissenschaftler anders. Markus Grabka vom Wirtschaftsforschungsinstitut DIW sagt: „Der Paritätische malt ein Szenario an die Wand, das es nicht gibt.“ „Es gibt nicht 13,8 Millioen Arme in diesem Land.“ In dem Bericht würden Jahre verglichen, die man nicht vergleichen könne, so Judith Niehaus vom Institut der deutschen Wirtschaft. „Die Rekordarmut ist eine Botschaft, die nicht belegt ist, wenn man genauer hinsieht,“ sagt der sozialpolitische Sprecher der SPD im Bundestag, Martin Rosemann (RPR, SZ 15.7.22).