3932: Was verspricht sich Martin Walser von der Überlassung seines Vorlasses ?

Der 95 Jahre alte Schriftsteller Martin Walser hat seinen Vorlass komplett an das Deutsche Literaturarchiv in Marbach am Neckar übergeben. In Frühjahr hatte das Literaurarchiv diesen großen Vorlass für eine nicht genannte große Summe erworben (mit großzügiger Unterstützung durch viele Institutionen). Vorlässe schon zu Lebzeiten sind eine relativ junge Erscheinung. 75.000 Manuskriptseiten hat Walser nach Marbach gegeben, dazu seine Bibliothek und 75 Tagebücher. Daraus sind bisher nur Auszüge publiziert. Hinzu kommen Briefwechsel mit Verlegern und berühmten Schriftstellern wie Alfred Andersch, Rudolf Augstein, Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll und Uwe Johnson. In der Nachbarschaft von Walsers Vorlass befindet sich der Nachlass Marcel Reich-Ranickis. Walser hat sehr viel geschrieben. Und sehr viel politisch Umstrittenes (etwa seine Paulskirchenrede 1998). Wahrscheinlich kann man aus dem Walserschen Vorlass viel über andere Autoren erfahren. Etwa aus der Gruppe 47. Walsers „Tod eines Kritikers“ steht heute noch im Mittelpunkt literarischen Interesses (Lothar Müller, SZ 5.7.22)

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