Daniel Brössler (SZ 22.3.22) schreibt:
„Es wird ungern ausgesprochen, aber die USA, die EU und etliche Verbündete haben Russland als Antwort auf den Überfall in der Ukraine den Wirtschaftskrieg erklärt.“
„Das Minimalziel besteht darin, Russland zu einem Waffenstillstand zu zwingen. Es liegt auf der Hand, dass 200 Millionen Euro für Energielieferungen allein aus Deutschland jeden Tag dieses Ziel konterkarieren.“
„Es ist ein schwerer Fehler der Bundesregierung, ein Energieembargo gegen Russland so eindeutig abzulehnen. Mindestens müsste sie die glaubwürdige Drohung aufrechterhalten, dass Deutschland und Europa auch zum Preis hoher eigener Kosten bereit wären, das Putin-Regime von seiner wichtigsten Ressource abzuschneiden, dem Geld. Ohne diese Drohung gibt es wenig, das Putin davon abhalten wird, den Terror gegen Zivilisten zu steigern, um den Widerstand der ukrainischen Armee zu brechen. Seiner eigenen Propaganda glaubend hat er sowohl den Widerstandswillen der Ukrainer als auch die Entschlossenheit des Westens völlig falsch eingeschätzt. Nun sollte er nicht im Glauben bestärkt werden, zum letzten ökonomischen Mittel würden die Europäer auch bei fortgesetztem Massenmord nicht greifen. Auch das wäre ein Irrtum. Er sollte nicht erst aufgeklärt werden, wenn es zu spät ist.“