3737: Kardinal Marx für Abschaffung des Pflichtzölibats

Vor zwei Wochen hatte die Münchener Anwaltskanzlei WSW ihr Gutachten zum sexuellen Missbrauch im Erzbistum München und Freising erstattet. Eine erneute Erschütterung der katholischen Kirche. Besonders die Aussagen von Joseph Ratzinger, dem ehemaligen Papst, hatten weltweit Empörung ausgelöst.

Der hatte gelogen.

Nun gibt der ebenfalls beschuldigte Kardinal Reinhard Marx der SZ ein Interview (Annette Zoch, 3.2.22). Darin spricht er sich für die Abschaffung des Pflichtzölibats aus.

„Bei manchen Priestern wäre es besser, sie wären verheiratet.“

Eine generelle Abschaffung des Zölibats könne er sich nicht vorstellen, wohl aber die Abschaffung des Pflichtzölibats. Die priesterliche Lebensform sei „prekär“. „Und einige werden sagen: Wenn wir den Pflichtzölibat nicht mehr haben, werden ja jetzt alle heiraten. Mein Antwort lautet: Und wenn schon! Wenn alle heiraten wäre das doch erst recht ein Zeichen dafür, dass es so nicht gut funktioniert.“ So klar und umfassend hatte sich Marx vorher noch nie geäußert. Es ehrt ihn.

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