3450: Evelyn Zupke – SED-Opferbeauftragte des Bundestages

Die aus Binz auf Rügen stammende Evelyn Zupke, 59, gehörte in der DDR mit ihren Weggefährten zum

kirchlichen Friedenskreis Berlin-Weißensee.

Sie hatten sich vorgesetzt, an jedem 7. eines Monats gegen die Wahlfälschung bei der Kommunalwahl am 7. Mai 1989 von 17.00 bis 17.01 Uhr an der Weltzeituhr am Alexanderplatz zu protestieren.

In der DDR gab es ja nur Wahlfälschungen, was heute anscheinend manche schon vergessen haben. Die SED ließ den Protest niederknüppeln, wie üblich. Evelyn Zupke konnte damals zunächst nicht wissen, was die Folge ihres Handelns war. Sie hat nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass die Proteste friedlich blieben und nicht zusammengeschossen wurden. Eine große Leistung. Am Donnerstag wurde Evelyn Zupke zur SED-Opferbeauftragten des Bundestags ernennt. Dadurch wird in den Blick gerückt, dass die SED die menschenfeindliche Unterdrückerin war und nicht allein die Stasi (Jens Schneider, SZ 18.6.21).

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