3205: Die Odenwaldschule: gescheitert !

Die Odenwaldschule war die Vorzeigeschule der deutschen Reformpädagogik im hessischen Heppenheim. Sie ist vollständig gescheitert. Nach einer Studie des Rostocker Pädagogik-Professors Jens Brachmann wurden hier 500 bis 900 Kinder sexuell missbraucht. Die wissenschaftlichen Studien dazu wurden erst 2019 publiziert. Die ersten schweren Vorwürfe waren ab 2010 erhoben, die Schule 2015 geschlossen worden. Und wie die Vorsitzende des Odenwalder Opfervereins „Glasbrechen“, Sabine Pohle, selbst ein Opfer sexuellen Missbrauchs, darlegte, gebe es auch heute immer noch „Altschüler“, welche die ganzen Gräuel nicht wahrhaben wollten. Sie tauschten sich in Facebook-Gruppen aus. Aber es handle sich um furchtbare Fakten.

Den Odenwald-Schülern, die sehr häufig aus zerrütteten Familien stammten, hatte man ein elitäres Bewusstsein vermittelt. „Wir dachten, wir wären etwas ganz Besonderes. Wir waren doch das Flaggschiff der Reformpädagogik. Wir hatten diese lange Tradition, diesen Mythos, der hier alles überhöht hat.“ Haupttäter war der langjährige Schulleiter Gerold Becker, der seine Taten im Hauptgebäude vollführte, dem Goethe-Haus. Er starb 2016. Verurteilt wurde er nie. Noch 2014 wurde ein Odenwald-Lehrer wegen des Besitzes von Kinderpornogrfie verhaftet. Sabine Pohle sagt: „Im Grunde genommen sind wir Altschüler alle in irgendeiner Form betroffen davon. Ob man will oder nicht.“ (Anna Ernst, SZ 30.12.20)

Zeugenhinweise nimmt der Verein „Glasbrechen“ weiter an auf

www.glasbrechen.de

oder telefonisch unter 069/13390944.

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