5725: Joschka Fischer klärt uns darüber auf, wer wir sind.

In seinem neuen Buch

Wer wir sind? Deutschland auf der Suche nach einer Identität. Köln 2026, 160 Seiten,

klärt uns der hemalige Außenminister darüber auf, wer wir sind. Ein sehr gutes Buch, das bei den Linken keinen Gefallen finden wird. Deutschlan war nach 1945 nach gescheiterter Weltherrschaftsambition und rassistischer Verhetzung völlig verwüstet. Gerettet wurde es von Konrad Adenauer durch die Westbindung und die Aussöhnung mit Frankreich. Mit Israel gelang der Ausgleich. Die deutsche Administration musste auch solche Personen wie Hans Globke überstehen. Und tat es. Fischer würdigt auch Willy Brandt – überzeugenderwesie – sehr positiv. Aber durch den Kriegsverbrecher Putin sind Adenauers Festlegungen heute um so wichtiger. Laut Fischer hat sich Deutschland nach 1945 in einen „strukturellen Pazifismus“ hineinbewegt, an dem es heute noch bitter zu leiden hat. Die Ratlosigkeit der deutschen Politik von 2026 ist eine Folge davon. An dem Verlust der USA als wichtigstem Verbündeten werden wir noch schwer zu leiden haben. Joschka Fischer warnt zu Recht vor einem Scheitern der EU. Und er maßt sich keine endgültige Antwort an. Ein vollkommen glaubwürdoges Plädoyer (SZ 11.5.26).

Der Rezensent der SZ, Daniel Brössler, ist neben Michael Bröker und Robin Alexander einer der besten deutschen Journalisten.

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