4485: Krise der Regionalpresse

Die Verlegerin der Funke Mediengruppe, Julia Becker, sieht eine Krise der Regionalpresse. Dabei brauchten die Menschen gerade heute gewissenhaft überprüfte, verlässliche Informationen. Bei Funke erscheinen die Tageszeitungen „Berliner Morgenpost“, „Hamburger Abendblatt“ und „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“. Internetkonzerne wie Google und Meta würden die Werbeumsätze abgreifen und nutzten ganz ungeniert Inhalte von Zeitungen, ohne dafür zu bezahlen.

Auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ARD und ZDF) trete zunehmend in Konkurrenz zur Regionalpresse. In Baden-Württemberg laufe dazu gerade eine gerichtliche Auseinandersetzung. Zur Zeit bediente die Regionalpresse Print- und Digitalkunden gleichzeitig. Die Printzustellung lohne sich nicht, aber wieder mal seien die alten Kunden durch Digitalangebote nicht zu erreichen. Eine ähnliche Beurteilung der Lage hören wir auch von der Mediengruppe Madsack (u.a. „Göttinger Tageblatt“). Julia Becker sieht insbesondere die ländlichen Gebiete gefährdet. U.a. in Thüringen, wo die AfD besonders stark sei. Sie schlägt eine Abschaffung der Mehrwertsteuer vor. Immer häufiger würden Journalisten körperlich angegeriffen. Sie seien nur noch mit Security einsatzbereit. Rechtspopulisten und Rechtsextremisten sprächen offen von „Systempresse“ und erinnerten damit an die Weimarer Republik. „Es geht um mehr als um Geldverdienen.“ (Anna Ernst, SZ 15.9.23)

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