4405: Der Westen gibt uns die Werte.

Der langjährige Mitherausgeber der „Zeit“, Josef Joffe, erläutert uns den „Westen“ (29.6.23). Ich numeriere einige Argumente, andere lass ich weg.

1. Imperialismus, Kolonialismus und Sklaverei sind keine Erfindung des Westens (ab 1776), sondern schon viel früher in die Welt gekommen.

2. Das Böse gibt es nicht erst seit den Raubzügen des weißen Mannes (ab 1500).

3. Sklaverei gab es im alten Ägypten, in China, Indien, Mittelamerika, eigentlich fast überall auf der Erde.

4. Die indigenen Machthaber haben ihre eigenen Leute versklavt und verkauft.

5. Die Azteken hielten Sklaven Jahrhunderte vor den spanischen Conquistadores.

6. In Afrika fingen die Häuptlinge die Menschen ein, arabische Mittelsmänner verkauften sie, in die USA wurden etwa sieben Millionen verbracht.

7. Die Briten haben den Handel mit Menschen 1807 verboten, darufhin wurde allmählich die Sklaverei abgeschafft.

8. Die Sklaverei wurde in der islamischen Welt erst ab 1950 beseitigt.

9. Die Perser drangen bis Salmis vor, die Türken bis Wien.

10. Ein Übel des Westens ist der Toralitarismus. Robespierre entfesselte den Terreur ab 1793.

11. Den Totalitarismus perfektionierten die Bolschewiken und die Nazi-Deutschen.

12. Danach Mao Tse Tung, Koreas Kims und Saddam Hussein.

13. Die Chinesen haben über tausend Jahre Vietnam beherrscht. die Russen die Völker der Sowjetunion. Entschuldigt haben sich beide bisher nicht.

14. Das Schuldbekenntnis ist ein Kern der jüdisch-christlichen Ethik.

15. Die Migranten drängen heute nicht nach China und Russland, sondern nach Europa und Amerika.

16. Michel Foucault, die Dekonstruktivisten und Postkolonialisten lehren, dass die noblen Werte des Westens nur die Machtinteressen der Eliten verschleiern.

17. Vorher tat das schon die kritische Theorie (Max Horkheimer, Theodor W. Adorno).

18. Zu den Stärken des Westens gehört die Selbstkritik.

19. Litereaturnobelpreisträger Octavio Paz: „Die Besiegten zu idealisieren ist so trügerisch, wie die Sieger zu idolisieren. Das Unmenschliche kommt nicht von Hautfarbe, Glauben oder Herkunft. Die Geschichte kann nicht exorziert werden. Wir sollten sie studieren und konfrontieren.“

 

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