4146: Ingrid Hägele: „Viele Frauen wollen keine Führung“.

Ingrid Hägele, 32, ist Assistenzprofessorin für Ökonomie an der LMU München. Promoviert wurde sie in Berkeley. Kürzlich hat sie den Max-Weber-Preis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewonnen. Sie forscht über Karriereplanung von Frauen und Männern und hat bereits hochrelevante Daten und Erkenntnisse geliefert. Ihre Forschung ist stark empirisch ausgerichtet und nutzt die Erkenntnisse von Praktikern. So kann sie zeigen, dass Frauenquoten höchst effektiv sind für diejenigen Frauen, die es direkt betrifft. „Wir wollen, dass mehr Frauen überhaupt nach oben kommen.“ Bei der ersten Beförderung bewerben sich allerdings weit weniger Frauen als Männer. Auch Frauen, die keine Kinder haben. Sie wechseln eher lateral, also auf gleicher Ebene. Aber viele wollen keine Führungsposition.

Männer sind risikofreudiger. Sie nennen die Zahl ihrer Mitarbeiter, ihren Titel oder ihren Verdienst. Frauen sind sehr interessiert am Wohlergehen ihrer Mitarbeiter. Das geht am besten in kleinen Teams. Wer keine Führungsposition einnimmt, braucht weniger unangenehme Dinge zu kommunizieren. Das gilt gerade in Zeiten des Fachlräftemangels. Ingrid Hägele betont, dass Frauen nicht so zu sein brauchen wie Männer, sie können auch ihren eigenen Weg gehen. „Das empfinde ich als Empowering. Man gewinnt dadurch neuen Freiraum. (Interview mit Martina Scherf. SZ 22.12.22).

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