Im vergangenen Jahr sind 280.000 Menschen aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Damit gehörten erstmals weniger als 20 Millionen Menschen einer der 20 Gliedkirchen an. Die hohe Zahl der Austritte wurde durch die hohe Zahl der Sterbefällr ergänzt. Die Zahl der Taufen nimmt mittlerweile wieder zu. Wie viele Menschen aus der katholischen Kirche ausgetreten sind, ist noch nicht bekannt. Die Größenordnung dürfte ähnlich sein. Eine große Rolle scheint die Vertrauenskris im Erzbistum Köln zu spielen. Ein Schwerpunkt ist die sexuelle Gewalt. Unter den Katholiken ist die Ablehnung von Homosexualität groß. „Eine empfundene ‚persönliche Irrelevanz‘ von Religion und Kirche kristalliisiert sich als wichtiger Faktor heraus.“ Besorgt äußerte sich die EKD-Ratsvorsitzende, Präses Annette Kurschus. Die EKD würde die sinkenden Mitgliederzahlen nicht als gottgegeben hinnehmen. Unter anderem wolle man mit Taufaktionen gezielt Familien ansprechen (Annette Zoch, SZ 10.3.22).