Karl Marx (1818-1883) und Friedrich Engels (1820-1895) sind zwei einmalige deutsche Philosophen und Politiktheoretiker. Man kann sie leicht abwürgen, wenn man sie für den realen Sozialismus verantwortlich macht. Aber dafür sind de facto mit Wladimir I. Lenin (1870-1924) und Josef W. Stalin (1878-1953) ein Russe und ein Georgier (Grusinier) hauptverantwortlich (Sie stehen für die seit Zarenzeiten rückständige russische politische Kultur, die wir heute in den Personen Waldimir Putin und Alexander Lukashenko wiedererkennen). Die DDR wurde gegründet noch ganz unter den stalinistischen (1929-1956) Vorzeichen. Dafür konnten die deutschen Kommunisten nichts.
Sie haben sich dann bemüht, Marx und Engels gerecht zu werden. Weil diese beiden weltweit vereinnahmt wurden, war das gar nicht leicht. Immerhin kam es dann 1986 mitten in Berlin zur Eröffnung des Marx-Engels-Forums zwischen dem Palast der Republik und dem Alexanderplatz mit einem Denkmal für Marx (sitzend) und Engels (stehend). Der hatte schon einen Ausreiseantrag gestellt (entsprechende Witze wurden von unseren Berlinern gerissen). Mit knapp vier Metern hatte das Monument eine angemessene Dimension, verweigerte den Titanismus der totalitären Denkmale. Die Ostberliner mochten das Marx-Engels-Forum (seinerzeit hieß die S-Bahn Station „Hackescher Markt“ auch noch „Marx-Engels-Forum“).
Mit der Vereinigung kam dann die (privat initiierte) preußische Rückbesinnung mit Schloss und allen entsprechenden Schikanen. Heute das Humboldt-Forum. Wo gerade die Bearbeitung der umfangreichen Raubkunst glatt in die Hose geht. 2010 wurde das Marx-Engels-Denkmal Unter den Linden gegenüber dem Berliner Dom versetzt. Dort hat es anscheinend einen würdigen und geeigneten Platz auf Dauer gefunden. Und in der Mitte unserer Hauptstadt charakterisiert eine bunte Mischung aus Bauwerken das Zentrum (Marienkirche aus dem 13. Jahrhundert, Neptunbrunnen, das Rote Rathaus, der Berliner Regierungssitz, ein Denkmal Martin Luthers, der 1969 eingeweihte Fernsehturm). Lassen wir es so. Damit unsere Gäste ein Bild von der Vielfalt deutscher Geschichte bekommen.