Liz Cheney wurde von ihrem Posten als stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Republikaner im Repräsentantenhaus abgewählt. Die Tochter des ehemaligen Verteidigungsministers Dick Cheney hatte als einzige prominente Republikanerin der Lüge von Donald Trump widersprochen, er sei um den Wahlsieg bei den Präsidentschaftswahlen betrogen worden. Vielmehr sei er abgewählt worden und habe dann versucht, sich mit illegalen Methoden an der Macht zu halten, und seine Anhänger am 6. Januar 2021 zum Sturm auf das Kapitol aufgehetzt.
Ein beispielloser Angriff eines US-Präsidenten auf die amerikanische Demokratie.
Die Republikaner haben sich ihm unterworfen und wollen mit der Trump-Lüge leben. „Sie beschädigt die Legitimität jenes Verfahrens, durch das in einer Demokratie die politische Macht friedlich verteilt wird und ohne das es keine Demokratie gibt – Wahlen.“ Wenn in den USA eine von zwei Parteien den demokratischen Konsens aufkündigt, kann dann die Demokratie überleben? Jedenfalls stecken die USA in einer tiefen Krise.
„Donald Trump wurde zwar abgewählt, aber das Gift, das er verspritzt hat, bleibt. Es frisst sich weiter durch die Gesellschaft und die politischen Institutionen in Amerika. Die Wähler und die Wahrheit können es aufhalten. Aber es gibt keine Garantie, dass das tatsächlich gelingt.“ (Hubert Wetzel, SZ 14.5.21)