3354: Caroline Fourest hat Angst.

Die französische Feministin Caroline Fourest (vgl. hier 3316: Caroline Fourest über linke Sprach- und Gedankenpolizei) bekennt in einem Interview mit Georg Blume (Zeit 31.3.21), dass sie Angst hat vor den Umtrieben in der linken Identitätspolitik:

1. „Ich komme .. von der Linken, einer universalistischen, laizistischen, demokratischen Linken. Aber ich habe es heute mit einer dogmatischen, fanatischen Linken zu tun, die sich mit religiösen Fundamentalisten zusammentut.“

2. „Zum Beispiel in Brüssel, als ich gegen das Tragen des Ganzkörperschleiers sprach. Linksextremistische und islamistische Gruppen störten gemeinsam die Veranstaltung und forderten meine ’symbolische Steinigung‘.“

3. „In den USA und Kanada hat die studentische Jugend eine Radikalität entwickelt, die keinen Widerspruch mehr duldet. Mehr noch: Widerspruch wird von ihr als Demütigung und Beleidigung empfunden, sodass man der Person, die widerspricht, das Wort verbietet.“

4. „Es gibt weltweit einen neuen Totalitarismus, der sowohl von rechts wie von links kommt.“

5. Geht es nach ihm, „dürfen Künstler nicht mehr Bilder gegen den Rassismus malen, wenn sie weiß sind. Das ist Wahnsinn.“

6. „Ich komme ja vom dekonstruktivistischen Feminismus. Jacques Derrida, der Vater der Dekonstruktion, hat mich inspiriert. Natürlich müssen wir auch heute noch die Mechanismen des Patriarchats dekonstuieren. Natürlich müssen wir weiter die Überreste des kolonialen Unterbewusstseins dekonstruieren.“

7. „In den USA ist im Namen der Religionsfreiheit alles erlaubt. In Frankreich glauben wir, dassv wir unsere Freiheit vor jeder religiösen Einflussnahme schützen müssen. Der religiöse Puritanismus in den USA ist bis heute eine nicht versiegende Quelle identitären Denkens.“

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